Auf dem Weg in eine friedvolle Welt?
Auf dem Weg in eine friedvolle Welt!
Was haben diese Länder gemeinsam: Antigua und Barbuda, Österreich, Bangladesch, Belize, Bolivien, Botswana, Cookinseln, Costa Rica, Kuba, Dominica, Ecuador, El Salvador, Fidschi, Gambia, Guyana, Honduras, Irland, Jamaika, Kasachstan, Kiribati, Laos, Lesotho, Malaysia, Malediven, Malta, Mexiko, Namibia, Nauru, Neuseeland, Nicaragua, Nigeria, Niue, Palau, Palästina, Panama, Paraguay, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Samoa, San Marino, Südafrika, Thailand, Trinidad und Tobago, Tuvalu, Uruguay, Vanuatu, Venezuela, Vietnam?
Sagt dir die Abkürzung TPNW etwas?
Na, eine Idee? Irgendetwas davon in den letzten Tagen in den Nachrichten gesehen oder Zeitung gelesen?
„Es ist 100 Sekunden vor 12!“
So erklärt es das Bulletin Boards der Atomwissenschaftler in Washington D.C., das 1947 die symbolische Weltuntergangsuhr („Doomsday Clock” oder “Uhr des Jüngsten Gerichts“) auf 7 vor Zwölf gestellt hat. Danach haben verschiedene Entwicklungen die Wissenschaftler dazu veranlasst die Uhr mal vor und mal zurück zustellen. 1991 als die START-Verträge unterzeichnet wurden, stand sie mal auf 17 vor Zwölf. Danach rückte sie stetig und teils schnell vor, angetrieben durch den Konflikt zwischen Pakistan und Indien, den Entwicklungen in Nordkorea, aber auch durch die Verweigerung der USA zu weiteren Verträgen. Erst Obamas Vision einer atomwaffenfreien Welt brachte den Zeiger mal wieder eine Minute zurück auf 11 Uhr 54. Seither haben der Mangel an Zusammenarbeit, die Gefahren wegen des Klimawandels und die Wahl Donald Trumps die Uhr wieder beängstigend nach vorne rücken lassen. Seit dem 23. Januar diesen Jahres steht die „Atomkriegsuhr“ nun erneut näher vor der Zwölf – es fehlen noch 100 Sekunden. So nahe standen wir nach Ansicht der Wissenschaftler noch nie vor der atomaren Katastrophe.
Man muss sich das mal überlegen: Noch nie gab es eine Spezies, die mit der Nutzung erneuerbarer Energien das technische Vermögen hatte, sich einen unvorstellbaren Wohlstand (Im Sinne von Freiheit von existenziellen Sorgen und unglaublich vielen Möglichkeiten zur Erhöhung des Wohlergehens) aller Angehörigen der Spezies zu sichern und das unter nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen und damit einhergehend der friedlichen Koexistenz mit anderen Spezies sowie der gesamten Flora und Fauna.
Wir sind einzig zu blöde, es zu realisieren. Stattdessen verschwenden wir in der Neuzeit unglaubliche Ressourcen auf maßlosen Konsum und schon immer auf das Austragen von bewaffneten Konflikten oder zumindest das Drohen mit Waffen.
Erbärmlich!
Doch jetzt zurück zu den Fragen von oben, denn etwas gibt wahrlich Grund zu hoffen.
Endlich (am 24.10.2020) haben mit Honduras die erforderlichen 50 Staaten (Deutschland gehört nicht dazu!) den Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) ratifiziert und er kann damit nach 90 Tagen in Kraft treten. Dies ist auch gegen den massiven Druck der USA auf einige dieser Länder (s.o.) geschehen.
Ich bedauere es zutiefst, dass die Bundesrepublik Deutschland bisher nicht in der Liste auftaucht. Matthias Höhn von den LINKEN schreibt dazu: „Diese Ratifizierung bedeutet, dass der Verbotsvertrag in neunzig Tagen in Kraft treten wird. Damit wird der 22. Januar 2021 zu einem historischen Tag. Denn mit dem Inkrafttreten wird die Ächtung von Atomwaffen zum ersten Mal vom Völkerrecht abgedeckt – eine rechtliche Lücke wird geschlossen. Der Vertrag verbietet seinen Unterzeichnerstaaten unter anderem die Entwicklung, Stationierung und den Einsatz von Atomwaffen.
Es schmerzt, dass die Bundesregierung an ihrem Widerstand gegen den Atomwaffenverbotsvertrag festhält. Sie stellt sich damit auf die falsche Seite der Geschichte. Dort gehört Deutschland nicht hin.“
Der Kampf gegen den Klimawandel braucht unsere ganzen Kapazitäten, alle finanziellen, intellektuellen und ideellen Mittel und Kräfte. Die Menschheit kann es sich nicht leisten, etwas davon für Militarismus und Rüstung zu verschwenden. Wir benehmen uns auf dem geistigen Niveau kleiner Kinder, die sich beim Spielen am Strand um die Förmchen und Schäufelchen streiten und nicht merken, dass gerade eine große Welle anrollt, die sie bald davon spülen wird.
Obwohl ich nur der Vorsitzende eines kleinen Abenteuersportvereins im Pfälzerwald bin, erlaube ich mir die Vision des im Exil lebenden Führers der Tibeter zu teilen: „Die Welt hat nun den ersten positiven Schritt in Richtung einer friedlicheren Zukunft gemacht, unser Endziel jedoch sollte die Demilitarisierung des gesamten Planeten sein. Ich glaube, dass das machbar ist, …“ (Dalai Lama).
Herzliche Grüße
Bernd


