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Hallo liebe DVA'ler*innen,

immer wieder erhalte ich Rückmeldungen zu meinen Texten und Mails an die Mitglieder. Es freut mich sehr, wenn ich mit meinen Gedanken ein Nachdenken anstoßen kann.
Gerade hat mich eine längere Antwort von Yan erreicht, dessen Meinung ich euch nicht vorenthalten will. Mich haben besonders seine Überlegungen zum Thema "Distanz" beeindruckt.

 

Hallo liebe Freunde, ich wünsche euch schöne, entspannte und kreative Corona-Tage.

Es gibt nichts auf der Welt, was nicht auch etwas Positives hätte und so ist es wohl auch mit der Coronapandemie. So komme ich endlich mal zu Dingen, für die mir meist die Zeit fehlt und somit auch zum Klettern - trotz der unsinnigen Empfehlung der Vereinigung der Pfälzer Kletterer, auf das Klettern in der Pfalz zu verzichten.

Nicht das Klettern führt zu einer Coronainfektion, auch nicht das Spazierengehen von länger als einer Stunde oder das Fahren von mehr als einem Kilometer (was beides die franz. Regierung verbietet) und auch nicht das Zusammensein von mehr als 2 Personen (welche nicht im eigenen Haushalt leben), auch nicht dem Umstand, dass Mecklenburger einen Ausflug zu der Seenplatte machen. Zu einer eventuellen Coronainfektion führt lediglich die Nähe zu einem Coronainfizierten. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion verringert man, indem man die eigentlichen Risiken minimiert.

 

Im Wesentlichen geht es darum 4 Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

1. die Anzahl der Menschen, mit denen man in näheren Kontakt tritt, verringern (Bei einem Kontakt zu Menschen, welche selbst wenige Kontakte haben, ist das Ansteckungsrisiko geringer.)

2. ausreichenden Abstand zu anderen Menschen wahren

3. andere Menschen möglichst im Freien treffen

4. die Dauer in der man mit einem Menschen (welcher nicht dem eigenen Hausstand angehört) in Kontakt ist, verringern

(Anmerkung: Nach dem derzeitigen Wissensstand ist eine Flächeninfektion äußerst unwahrscheinlich; vor einer Tröpfcheninfektion jedoch, sollte man sich in Acht nehmen.)

 

Letztendlich geht es darum, das Risiko auf das Maß der allgemeinen Lebensrisiken zu minimieren. Wer versucht das Risiko auf Null zu senken, läuft Gefahr an einer Angststörung zu erkranken.

An der Coronasituation finde ich zweierlei Umstände am Erschreckensten:

1. Mir ist bewusst geworden, wie wenig Kompetenz die Regierenden ihren Regierten zutrauen. Man weist sie an wie Kinder, die noch nicht in der Lage sind, Situationen in ihrem Wesenskern einzuschätzen.

2. Mir wurde klar, wie schnell die Bürger bereit sind, ihren Kopf auszuschalten und unkritisch allen unsinnigen Anordnungen Folge zu leisten. [Im Rückblick auf das dunkelste Kapitel unserer deutschen Geschichte, hat man sich immer wieder die Frage gestellt, warum die Deutschen (aber auch andere) immer williger sich bereit gezeigt haben, dem Kurs der Regierung zu folgen und sowenig Zivilcourage gezeigt haben. Kennt ihr den (auf Tatsachen beruhenden) Film „Die Welle“ in dem gezeigt wird, wie schnell eine Gruppe/Gesellschaft bereit ist, die demokratischen Werte über Bord zu werfen ?]

    Wie kann man glauben, dass die Menschen in entscheidenderen Situationen Standfestigkeit zeigen, wenn es ihnen schon derzeit nicht möglich ist?!

Das sorgt mich wirklich !

Sucht Orientierung mit euren gesunden Menschenverstand. Richtet euren Blick auf die Sinnhaftigkeit der Gesetze und Verordnungen und nicht auf deren juristischen Auslegung ! [Exkursion: Irgendwann ist mir bewusst geworden, dass eine juristische Betrachtung nicht das Gleiche ist, wie eine sinnhafte Betrachtung ! Eine juristische Umsetzung einer Zielvorgabe, kann letzter sogar entgegenwirken. Das haben wohl auch vor mir schon Andere erkannt und den Begriff der Paragraphenreiter geprägt.]

Noch was: Der Begriff „Soziale Distanz“ ist auf dem besten Weg zum Unwort des Jahres gekürt zu werden. Gerade in der derzeitigen Ausnahmesituation ist es wichtig „Soziale Nähe“ zu praktizieren. Es geht lediglich darum „Körperliche Distanz“ zu wahren !

Noch etwas zum Überdenken: Viele unserer Politiker wünschen sich, möglichst bald wieder zur „Normalität“ zurückkehren zu können und übersehen dabei, dass es gerade dieser Normalzustand (Stichwort: globaler Welthandel) war, der die rasende Ausbreitung des Corona-Virus ermöglicht hat. Diese Normalität ist dabei unser zivilisatorisches System an die Wand zu fahren. Wenn das passiert (Stichworte: Klimawandel, Überbevölkerung, Zerstörung der Naturräume, internationale Konflikte) wird sich zeigen, dass die Pandemie-Krise lediglich ein laues Lüftchen war, im Vergleich zu dem Sturm der dann kommen mag. Aber es ist noch nicht zu spät, die Weichen umzustellen. Vielleicht vermag Corona uns noch rechtzeitig aufzurütteln – dann hätte der Virus sogar was Gutes bewirkt. Wir brauchen vermehrt Politiker mit Weitblick – Weise statt Wissende.

Herzliche Grüße    …Yan…  
 

 

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