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 Hallo liebe DVA'ler*innen.

heute hat mich eine Nachricht aus unserer zweiten DVA-Heimat Südfrankreich erreicht, die ich gerne mit euch teilen möchte.
Chrissi beschreibt darin, wie es bei ihr gerade aussieht. Bitte lest den Eintrag aus dem "Tagebuch der Eingesperrten":

 

 

Journal des Confinés

Gestern habe ich brav meine Ausnahmegenehmigung ausgefüllt, damit ich ohne Stress nach Florac zum Einkaufen fahren kann. Ich beneide immer noch alle Menschen, die in einem Land leben, in dem dem Einzelnen ein Mindestmaß an Verstand zugetraut wird und man sich zwar mit Einschränkungen, aber trotzdem bewegen kann. Hier bei uns geht die Angst um, der Rentner aus dem Nachbardorf musste zahlen, weil er mit dem Auto 5 km in seinen Garten fährt zum Gießen und überall werden Menschen denunziert, die zu ihren Ferienhäusern fahren. Schlimmer noch sind die Anfeindungen gegenüber Pflegepersonal, ihnen wird nahegelegt, in Mietshäusern alle gemeinsame Bereiche zu meiden und die Fahrstühle nicht zu benutzen.

Leider reagieren Menschen wohl so, wenn extremen Situationen mit willkürlicher, staatlicher Kontrolle begegnet wird.

Da wird selbst der Besuch im Intermarché zur willkommenen Abwechslung und ich freue mich als ich den ersten grünen Spargel entdecke! Als ich noch überlege, ob ich mir das gönnen soll, fällt mein Blick auf ein Sonderangebot, das Bündel ist um zwei Drittel billiger, der Spargelabend gerettet! Bei genauem Hinsehen merke ich, dass die Ware aus Deutschland kommt … es lebe also die Spargelluftbrücke, die hilft, die Konkurrenz aus der Provence platt zu machen.

Hier hat, finde ich, jeder von uns die Möglichkeit ein Stück weit mitzubestimmen, wie es nach der Krise weiter gehen könnte, bzw. seine Kräfte für Schwächere zu mobilisieren.

Man kann Produkte von Erzeugern kaufen die ohne eingeflogene Erntehelfer auskommen, ihre Arbeiter in der Umgebung finden und entsprechen sozial absichern.

Wenn ihr in der glücklichen Lage seid, trotz der Krise Geld zu verdienen, denkt an alle, denen es nicht so geht, kauft Essen zum Mitnehmen bei eurem Lieblingsrestaurant, unterstützt freie Künstler, alternative Projekte und kleine Läden, sonst werden diese verschwinden und mit ihnen die Vielfalt der Kultur.
Staatliche Hilfe ist meist ein Tropfen auf den heißen Stein oder besteht aus Krediten, die den Bankrott nur aufschieben.

Werdet aktiv, wenn sich Mitmenschen als Kontrolleure aufspielen und andere denunzieren oder anfeinden.

Ich habe mich dann doch für Gemüse aus der Gegend entschieden, das gerade auf meinem Ofen brutzelt ...

Euch allen eine gute Zeit und gute Gesundheit

Grüße aus dem «schönen» Frankreich
Christiane

 

 

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