Quiz 5 - Flora & Fauna
Antwort 2 und Frage 3
Antwort Frage 2:
Beginnen wir wieder mit den Fakes, die euch auf die falsche Fährte locken sollten. Beim Holzapfelbaum handelt es sich tatsächlich um eine Apfelsorte, die in der Jungsteinzeit sogar genutzt wurde, denn die kleinen Früchte sind gedörrt oder gekocht sogar essbar. In den Cevennen spielten sie aber nie eine Rolle. Dass Reis nicht nur in Asien wächst, weiß jeder, der schon mal durch die Camarque, also das Mündungsdelta der Rhône im Süden Frankreich gefahren ist. Den Riz camarquais gibt es sicher auch in den Cevennen zu kaufen, angebaut wurde es dort allerdings noch nie - das würde in den Höhenlagen und der relativen Trockenheit auch nicht klappen.
Die Eiche mit ihren kleinen Früchten wächst dagegen in den Wäldern der Cevennen und Eicheln sind sehr protein- und kohlehydratreich und wurden und werden sehr wohl (vor allem in Notzeiten) als Grundnahrungsmittel genutzt. Bei uns war Eichelkaffee als "Muckefuck" bekannt und "beliebt". In den Cevennen spielen Eicheln als Nahrungsmittel aber eher für Wildschweine eine Rolle, denn so bedeutend ist ihr Aufkommen nicht. Dafür aber das der Esskastanie. Die Früchte des Baumes, die Maronen, sind überaus lecker und ja auch bei uns auf vielen Weihnachtsmärkten als gerösteter Snack beliebt. Daneben wird aus den Früchten die leckere Crême de marron hergestellt - mein Geheimtipp: Moelleux à la châtaigne von Clément in der Pizzeria in St. Chély-du-Tarn. Aber in Notzeiten waren die Kastanien wirklich das Grundnahrungsmittel der Bewohner der Cevennen. Sie wurden durch Trocknen in Räucherhütten haltbar gemacht und dienten dann als Nahrung auch im Winter.
Antwort B wäre also richtig gewesen.
Wer sich die Mühe macht von unseren Camps eine der Kalkhochflächen im Norden (Causse Sauveterre) oder im Süden (Causse Méjean) zu erklimmen, wird nicht nur mit tollen Blicken von der "Corniche" (der Kante zur Schlucht) hinab auf den Tarn belohnt, sondern kann auch die ganz besondere Vegetation auf den Causses bestaunen. Spätestens ab Juli, wenn die Sonne alles ausgetrocknet hat und Regenfälle manchmal über Wochen ausbleiben, fasziniert die eigenartige Pflanzenwelt auf dem Causse, die an den Wassermangel gut angepasst ist. Denn durch das Kalkgestein versickert das Wasser schnell und wäscht dabei Höhlensysteme, die wir ja auch von den Camps aus erkunden.
Eine ganz besondere Pflanze, die getrocknet auch an vielen älteren Häusern als Schmuck aufgehängt ist, ist auf dem Bild rechts zu sehen.
Um den Namen der Pflanze geht es in der nächsten Frage:
Wie nennt man den akanthusblättrige Eberwurz in Frankreich?
A - Étoile des Causses
B - Bellefleur
C - Cardabelle
D - Cardamome





