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Letzte Änderung: 11.04.2022
Zum aktuelles Update 24

Vitamin-D

Was ist das Sonnenhormon und was kann es?

 

Vorbemerkung in Zeiten von Corona:

Stand März 2022: Während man in manchen Ländern - ungeachtet der Infektionszahlen - (fast) alle Maßnahmen aufhebt, tut man sich in Deutschland schwer damit. Klar ist, die Omikron-Variante hat trotz sehr hoher Infektionsraten zu keiner sehr schlimmen Überlastung der Krankenhäuser geführt. Dennoch erkranken täglich Menschen, teils schwer und mitunter mit tödlichem Ausgang. Die Strategie nur auf das Impfen zu setzen scheint gescheitert, teils wegen zu geringen Impfraten, teils wegen der zu geringen Wirksamkeit der Impfstoffe.
Dumm ist, wer dann nicht an vielen Strängen zieht.
Vitamine und Mikronährstoffe sind keine Medikamente. Aber Heilung ist immer Selbstheilung und dazu braucht es diese Stoffe, denn sie sind essenziell für uns, das heißt, da unser Körper sie nicht selbst herstellen kann, führt ein Mangel zwangsläufig zu Erkrankungen und zu Schwächungen unserer Immunabwehr. "Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Im­munsystems bei" - so steht es auf Seite 34 in der "VERORDNUNG (EU) Nr. 432/2012 DER  KOMMISSION vom  16.  Mai  2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern".
Hier wird kein Vitamin als Wundermittel angepriesen, aber es soll die enorme Wichtigkeit einer ausreichenden Versorgung aufgezeigt werden.
Prof. Dr. Biesalski schreibt dazu: „Vitamin D ist kein Medikament, mit dem man Covid-19-Erkrankungen heilen kann. Doch man kann damit positiv auf den Krankheitsverlauf einwirken, indem es dem Organismus ermöglicht, die Balance zwischen den pro- und anti-entzündlichen Prozessen wiederherzustellen.“ Jetzt könnte man natürlich eine sprachphilosophische Debatte anstoßen, was ein Medikament von einem Stof unterscheidet, der positiv auf den Krankheitsverlauf einwirkt - aber lassen wir das.
Die Wissenschaftler der Norwegian University of Life Sciences um Espen Haug kommen in ihrem Projekt: Domainübergreifende Antwort auf Covid-Richtlinien (14) zu folgendem Schluss: "Die Pandemie ist keine klassische Forschungssituation, in der man sich den schmerzlosen Luxus leisten kann, auf weitere Forschung zu warten, damit wir zu einem endgültigen Ergebnis kommen können. In einer Pandemie gibt es ein beispielloses Maß an Dringlichkeit, bei dem Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Menschenleben verloren gehen könnten, wenn wir nicht optimal handeln, selbst wenn nur begrenzte Informationen vorliegen. Entscheidungen, die auf einem guten Verständnis der Risiko-Ertrags-Analyse beruhen, sollten daher andere Überlegungen überwiegen, die in einem normaleren Umfeld Normen darstellen würden. Zusammenfassend lässt sich sagen, in Sachen Vitamin D sieht es wie folgt aus: geringe Nachteile, niedrige Kosten, es stehen Leben auf dem Spiel und eine hohe Wahrscheinlichkeit einer vorteilhaften Wirkung. *Nicht* zu handeln ist auch eine Wahl." Update 16
Oder wie Dr. Raimund von Helden schreibt: "Die Gabe von Vitamin D ist, ohne irgendeine weitere Prüfung, an alle Intensiv-Patienten zu nutzen: www.vitaminD5mg.de. Alles andere wäre unterlassene Hilfeleistung in einer Situation der höchsten Bedrängnis."
Dazu bitte auch das Update 17 lesen!

Was ist Vitamin-D?

Vorab muss festgestellt werden, dass Vitamin-D eigentlich gar kein Vitamin ist, denn der Körper kann es selbst herstellen. Dies allerdings nur mit Hilfe von Sonnenlicht einer ausreichenden Intensität, wie sie in unseren Breiten zwischen November und März leider nicht gegeben ist. Über die Nahrung lässt sich Vitamin-D nur extrem schwer in ausreichendem Maße aufnehmen. Zum Glück kann es der Körper aber bedingt speichern. Das bedeutet, dass wir über Winter von unseren Vorräten des letzten Sommers zehren. Dazu müssen wir dann aber auch ausreichend in der Sonne gewesen sein - und das ohne Sonnencreme, die ja das UV-Licht blockiert. Davon raten uns Hautärzte allerdings ab. Das Ergebnis: Studien stellen immer wieder fest, dass es bei großen Teilen der Bevölkerung zu Vitamin-D-Mangel kommt. Am deutlichsten bei alten Menschen. Studien in den USA ergaben, dass es bei 60% der Krankenhauspatienten und 80% aller Altenheimbewohner*innen Mangelzustände gibt.
Wer weitere, sehr ausführlichere Informationen sucht, wird auf der (durch Werbung finanzierten, aber dennoch lesenswerten) Seite von Zentrum für Gesundheit zu Vitamin D fündig oder findet bei der gesponserten Stiftung Orthoknowledge einen umfassende Zusammenstellung mit über 70 Links zu Studien.

Wie hoch sollte der Vitamin-D-Spiegel sein?

Unsere Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) rät zu einem Wert von mindestens 50 nmol/l (das entspricht 20 ng/ml). Andere Forscher (z.B. Prof. Dr. Spitz) konnten zeigen, dass unter diesem Wert das Risiko für Erkrankungen deutlich steigt, aber auch zwischen 20 und 30 ng/ml keine optimale Versorgung gegeben ist und raten zu Werten über 30 ng/ml (bzw. 75 nmol/l). Einige Forscher halten nach Auswertung vieler Studien Werte im Bereich von 40 bis 90 ng/ml für optimal. Zum Verständnis: Der Wert der DGE bedeutet nur, dass man damit keine Mangelerscheinungen bekommt. In einer Analogie zum Monatsverdienst entspräche das Hartz-IV-Niveau, Aber es ist für jeden schnell einsichtig, dass es sich mit einem ordentlichen Monatslohn von 2.000 oder gar 3.000 besser leben lässt.
Aber Achtung: Natürlich gibt es auch Obergrenzen, ab denen es ungesund wird. Die Dosis macht das Gift! Für Werte zwischen 100 und 150 ng/ml sind keine Nebenwirkungen bekannt, über 150 muss mit erhöhten Calcium-Spiegeln gerechnet werden und ab 300 ng/ml ist Toxität möglich. Da Vitamin-D im Körper gespeichert werden kann, ist bei der zusätzlichen Aufnahme also Vorsicht angebracht. Aber Werte von 4.000 - 5.000 i.E. pro Tag (bei Körpergewichten ab 60 kg) stellen nach Meinung der Spezialisten kein Problem dar, sie sind als Erhaltungsdosen anzusehen. Zum Start bei sehr niedrigen Vitamin-D-Spiegeln wird zu 10.000 i.E. pro Tag über eine Woche oder auch einer Bolus-Gabe (also einer "fetten Startdosis") von 200.000 i.E. geraten. Hier sei auf Publikationen des Arztes Dr. Raimund von Helden und des Apothekers und Mikronährstoff-Spezialisten Uwe Gröber verwiesen.

Wie kann ich meinen Vitamin-D-Spiegel bestimmen?

Zum einen gibt es im Internet ein Tool, was auf einem kleinen Fragebogen beruht und recht verlässliche Werte liefern kann (Hier geht's zum Online-Selbst-Test), daneben gibt es den Weg über Bestimmung im Blut im Labor, was nach Blutabnahme bei Ärzt*innen oder durch Testkits für zu Hause machbar ist.
Zur Beruhigung der Ängste vor Überdosierung: Mein im Labor gemessener Wert lag im Februar 2019 bei 51 ng/ml also im mittleren Bereich (und unter den von Dr. von Helden empfohlenen 66 ng/ml) und das obwohl ich im Sommer (bis in den Herbst) sehr viel im Freien arbeite und ab Oktober regelmäßig Vitamin-D supplementiert habe.

Was hat Vitamin-D mit dem Corona-Virus zu tun?

Selbst sehr konservative Organisationen wie die DGE (die in den letzten Jahren mehrfach die Empfehlungen zum Vitamin-D-Spiegel zu nach oben korrigieren musste) räumen ein, dass es Studien gibt, die eine positive Wirkung von Vitamin-D auf das Immunsystem nahe legen. Andere Wissenschaftler sind sich da längst sicher und warnen vor den Gefahren für die Gesundheit bei zu niedrigen Vitamin-D-Spiegeln. Die aktuellen Zahlen geben Anlass diesen Wissenschaftlern Glauben zu schenken und einen Zusammenhang zu den schweren Verläufen von COVID-19 und niedrigen Vitamin-D-Spiegeln anzunehmen. Ich drücke mich da bewusst vorsichtig aus, denn mit ist klar, dass eine Korrelation (niedrige Vitamin-D-Spiegel bei alten Menschen und schwere Verläufe bei dieser Bevölkerungsgruppe) keine Kausalität sein muss.  Aber der Verdacht liegt sehr nahe, dass es da Zusammenhänge gibt.
Und immer wieder sollte man sich die Frage stellen: Was kann ich gewinnen und was kann ich verlieren? Sollte Vitamin-D keine immunstärkende Wirkung haben, so verliere ich wenige Euros für dann unnütze Produkte. Habe aber mit gutem Vitamin-D-Spiegel alle Vorteile die bereits wissenschaftlich gesichert sind. Sollte ein niedriger Vitamin-D-Spiegel ein Risikofaktor für COVID-19 sein, so setze ich im Extremfall meine Gesundheit oder gar mein Leben aufs Spiel, wenn ich meinen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel nicht in empfohlene Bereiche anhebe. Welcher halbwegs clevere Mensch würde diese Wette bei der man mit kleinem Einsatz viel gewinnen, aber bei Nichtteilnahme sehr viel verlieren kann, nicht eingehen?

Oder um es mit der Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum zu sagen: "Also Vitamin D ist 'ne gute Idee. [...] Mit der Dosis muss man 'n bisschen aufpassen, also überdosieren ist schwierig. So viel Tabletten möcht' man gar nicht einwerfen. Man sollte es aber auch nicht unterdosieren. [...]" (Im Interview bei Jung & Live ab Minute 67:30)

Und letztlich gibt es noch eine weitere Wirkungsweise von Vitamin-D im COVID-19-Geschehen, die ich nicht mit wenigen Worten wiedergeben kann, bei der es sich um die Wirkung des Virus und von Vitamin-D auf das Enzym ACE 2 handelt. Hierzu hat Dr. von Helden schon vor vielen Wochen ein gut erklärtes Video aufgenommen, das man sich durchaus mal anschauen sollte (Hier das Video auf YouTube anschauen).

Was wäre wenn die aktuellen Studien zu Vitamin-D korrekt sind? (Update 16)

In einer dynamischen Metaanalyse werden Studien zu Vitamin-D und COVID-19 zusammengefasst und immer wieder aktualisiert (hier sind die Ergebnisse einzusehen). Aktuell (Stand: 09.11.2021) sind darin 140 Studien, von denen viele bereits eine Peer-Review (also wissenschaftliche Überprüfung) durchlaufen haben, integriert. Die Ergebnisse sind beeindruckend.
Bei den Suffizienz-Studien, also Arbeiten die untersuchten, ob ausreichend mit Vitamin-D versorgte Menschen eine bessere Chance haben, als Menschen mit Mangelzuständen konnte ein statistisch hochsignifikanter (p=0,00012) Befund von 58% zugunsten gut versorgter Menschen festgestellt werden. Oder anders ausgedrückt: Von den bis heute an COVID-19 Erkrankten hätten von den Mangelversorgten 58% nicht erkranken müssen, wenn man sie ausreichend mit Vitamin-D versorgt hätte. Ruft man sich dann noch ins Bewusstsein, wie schlecht der Vitamin-D-Status besonders bei alten Menschen ist, hätte sich hier eine riesige Option aufgetan viele Menschenleben zu retten. 
Schaut man dann noch auf die Ergebnisse der Untersuchungen, die mit bereits schwer Erkrankten gemacht wurden, so stellt man fest, dass von denen 75% durch die massive Gabe von Vitamin-D hätte geholfen werden können. Das reicht schon nahe an die 95% der Impfung heran, aber es war von Anfang an verfügbar und könnte sofort immer noch Menschenleben retten. Nur mal ein paar Zahlen: 97.000 Tote sind in Deutschland zu beklagen (Stand: November 2021). 72.750 ist das Ergebnis der Rechnung: 75% von diesen 97.000 - das entspricht der Einwohnerzahl einer Stadt wie Marburg oder Delmenhorst.
Darf ich noch mal kurz die Wissenschaftler um Espen Haug (s.o.) zitieren: "*Nicht* zu handeln ist auch eine Wahl."

 

Update 1: Da es sich bei den folgenden Ergebnissen um eine Veröffentlichung handelt, die (wie in Corona-Zeiten wissenschaftlich üblich) veröffentlicht wurde, aber noch keine sogenannte Peer-Review durchlaufen hat, bestehen natürlich Vorbehalte, aber da die Ergebnisse zu der allgemeinen Datenlage früherer Studien mit anderen Viren sehr gut passen, spricht einiges dafür, dass ein weiterer Beleg für die Wirksamkeit von Vitamin-D gefunden wurde.
Bei 212 untersuchten COVID-19-Patienten in Südasien mit einem durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegel von 24 ng/ml zeigte sich, dass die Schwere der Erkrankung mit dem Vitamin-D-Status zusammenhing.  Bei einem Vitamin-D-Spiegel von über 30 ng/ml (bzw. 75 nmol/l) hatten 86% der Erkrankten milde Verläufe. Insgesamt wurden 48 schwere Verläufe festgestellte (davon nur 2 normalem Vitamin-D-Spiegel), 56 schwere Verläufe (auch davon nur 2 mit normalem Spiegel), 59 mit normalen Verläufen (davon 4 mit normalem Vitamin-D-Spiegel) und 49 milde Verläufe, wovon 47 einen Vitamin-D-Spiegel im Normbereich hatten. Das bedeutet, dass ein Vitamin-D-Spiegel im Normbereich von über 30 ng/ml (Nach Meinung einiger Experten wäre aber sogar höhere Werte wünschenswert.) deutlich vor schweren Verläufen schützen konnte (3).

Update 2: Forscher vom Trinity College Dublin haben im April einen Bericht veröffentlicht, in dem sie zum einen darauf hinweisen, dass sich in Irland ein Vitamin-D-Mangel fast durch die gesamte Bevölkerung zieht, besonders betroffen sind die Erwachsenen über 85 von denen fast die Hälfe Mängel aufweist. Zu ähnlichen Ergebnissen ist man auch in Deutschland gekommen. Zum anderen stellen sie fest, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D weniger Antibiotika erforderlich mache und das Immunsystem auf eine Weise aktiviere, die es besser mit Infekten zurecht kommen lasse (4).
Deshalb müssen strikte Ausgangssperren wie zum Beispiel in Frankreich und Spanien sehr kritisch beurteilt werden. Sie könnten dadurch, dass sie einen Aufenthalt im Freien (in der Sonne) erschweren oder verhindern, einen negativen Einfluss auf das Immunsystem der Menschen haben. Ob dies auch ein Teilgrund ist, dass dort die Infektionszahlen trotz massiver Maßnahmen nicht deutlicher sinken und die Zahl der schweren Verläufe so hoch ist, wäre reine Spekulation.

Update 3: Der Frage, ob ein besserer Vitamin-D-Spiegel tatsächlich eine Schutzfunktion vor Coronaviren bietet sind Forscher in Italien nachgegangen und haben erste Daten veröffentlicht. Diese Daten aus Turin belegen mit sehr hoher Signifikanz, dass es bei niedrigen Vitamin-D-Spiegel häufiger zu Infektionen kommt. Bei 80 Probanden fiel der Abstrich-Test auf Coronaviren (PCR) negativ aus. Ihr Vitamin-D-Spiegel lag im Durchschnitt bei 25,6 ng/ml. Dagegen hatten die positiv getesteten Probanden (n= 27) einen Vitamin-D-Spiegel von 11,6 ng/ml im Durchschnitt. Die Forscher schreiben in der Studie: "Auf der Grundlage dieser vorläufigen Beobachtung könnte eine Vitamin-D-Supplementierung eine nützliche Maßnahme sein, um das Infektionsrisiko zu verringern. Randomisierte kontrollierte Studien und Studien mit großen Populationen sollten durchgeführt werden, um diese Empfehlungen zu bewerten und unsere vorläufige Beobachtung zu bestätigen." (5).

Update 4: In einem am 6. Mai 2020 veröffentlichten, wissenschaftlichen Artikel untersuchten die Forscher die Zusammenhänge zwischen den durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegeln europäischer Länder und den Zahlen der Infektionen und Todesfälle und konnten einen negativen Zusammenhang feststellen, was heißt, dass in den Ländern mit den höheren Vitamin-D-Spiegel geringe Zahlen pro Einwohner zur registrieren waren. Das deutet darauf hin, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel in der Bevölkerung eine Hilfe bei der Bewältigung der Pandemie und eine Reduzierung der Schäden darstellen könnte. Die Forscher schreiben: "Es wäre ratsam, spezielle Studien zum Vitamin-D-Spiegel bei COVID-19-Patienten mit unterschiedlichem Schweregrad der Erkrankung durchzuführen." (6). Leider hört man nichts dazu von den Politikern, sondern immer nur von Medikamenten und Impfungen - leider alles Wasser auf die Mühlen der immer zahlreicher werdenden Verschwörungstheoretikern.

Update 5: Auch wenn man bei Preprints von wissenschaftlichen Arbeiten vorsichtig sein muss, weil die noch keinen Peer-Review, also eine unabhängige Prüfung durchlaufen haben, sind folgende Ergebnisse doch zu interessant, um sie nicht zur Kenntnis zu nehmen, denn sie könnten ein Beleg sein, dass es sich bei der vielfach beobachteten Korrelation von Vitamin-D-Mangel und schweren Verläufen von COVID-19 um Kausalität handeln könnte. Nach dem Ratschlag der Wissenschaftler, kann eine verstärkte Vitamin-D-Supplementierung einen sicheren und kostengünstigen Weg darstellen, um alle Bevölkerungsgruppen vor Infektionen, insbesondere der COVID-19-Pandemie zu schützen.

Update 6: In einer Untersuchung von Wissenschaftlern in der Türkei und Italien sprechen diese vom Schielen der Wissenschaft und sprechen von zwei verwandten Pandemien: COVID-19 & Vitamin D-Mangel. Sie beleuchten die geografischen Verteilungen der beiden Pandemien und stellen Zusammenhänge fest. Am Ende des Abstracts weisen sie auf den möglichen Zusammenhang zwischen schwerem Vitamin-D-Mangel und Mortalität im Zusammenhang mit COVID-19 hin. Ihr Rat: Aufgrund seiner seltenen Nebenwirkungen und seiner relativ großen Sicherheit könnte eine prophylaktische Vitamin-D-Supplementierung und / oder Lebensmittelanreicherung vernünftigerweise als sehr bequeme, hilfreiche Therapie für diese beiden weltweiten Probleme der öffentlichen Gesundheit dienen (8).

Update 7: Eine weitere Literaturarbeit von Prof. H.K. Biesalski kommt dieser zu dem Schluss, dass eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D eine Vielzahl von Wirkungen hat und es zahlreiche Hinweise darauf gibt, dass verschiedene nicht übertragbare Krankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, CVD, metabolisches Syndrom) mit niedrigen Vitamin-D-Plasmaspiegeln verbunden sind. und dass diese zusammen mit dem häufig damit einhergehenden Vitamin-D-Mangel das Risiko schwerer COVID-19-Ereignisse erhöhen. Er fordert mehr Aufmerksamkeit für die Bedeutung des Vitamin-D-Status' und ist überzeugt, dass bei den Methoden zur Bekämpfung der Pandemie (Lockdown) die natürliche Vitamin-D-Synthese der Haut reduziert wird, wenn Menschen nur wenige Möglichkeiten haben, der Sonne ausgesetzt zu werden. Den Ergebnissen seiner Untersuchung nach, könnten spezifische Ernährungsempfehlungen, moderate Nahrungsergänzung oder angereicherte Lebensmittel helfen, diesen Mangel zu verhindern. Er empfiehlt im Falle eines Krankenhausaufenthaltes den Vitamin-D-Status dringend zu überprüfen und wenn möglich zu verbessern. Außerdem verweist er auf inzwischen 8 begonnene Studien, die die Wirkung der Ergänzung von Vitamin D in verschiedenen Dosierungen (bis zu 200.000 IE) auf den Verlauf der COVID-19-Krankheit testen (9).
Meiner Meinung nach ist es höchste Zeit, dass es in der Wissenschaft endlich dazu gekommen ist, entsprechende Studien zu starten. Hätte man früher begonnen, lägen möglicherweise jetzt schon Ergebnisse vor auf Grund derer, man gezielt helfen könnte.
Wie auch immer, da Vitamin-D fasst nichts kostet und nur sehr schwer überdosierbar ist, dürften diese Ergebnisse ein weiteres, wichtiges Argument sein, jetzt entweder die Sonne zu nutzen, um eigenes Vitamin-D aufzubauen oder aber im ausreichenden Maß zu supplementieren.

Update 8: In einer Studie (10) wurde der Frage nachgegangen, ob Vitamin D3 vor schweren Verläufen von COVID-19 schützt. Das Vitamin wurde in der Studie in Form von Calcifediol verabreicht. Diese "aktive" Form setzt keine Stoffwechselvorgänge in der Leber voraus. Es wurden dabei positiv getesteten Personen mit durch Röntgenaufnahmen bestätigen Befunden einer Lungenentzündung Vitamin D (als Calcifediol) oder ein Placebo verabreicht. Ansonsten bekamen beide Gruppe nach dem Standardprotokoll Chloroquin und Antibiotika.
Ergebnis: In der Placebo-Gruppe wurden 50% der Patienten intensivpflichtig und es gab zwei Tote zu beklagen, in der Vitamin-D3-Gruppe gab es keine Toten und nur 2% mussten Intensivmedizinisch behandelt werden.
Es ist an der Zeit Vitamin-D3 in der Therapie ernst zu nehmen und da auch durch die Health-Claims anerkannt wird, dass es einen Nutzen für das Immunsystem hat, sollte niemand in den Winter gehen ohne vorher seinen Vitamin-D bestimmen zu lassen und ihn dann in schützende Bereiche zu bringen oder zu halten.

Update 9: Eine bisher nur als Preprint (nicht von Fachleuten kontrollierte Veröffentlichung) erschienene Studie aus Israel (11)  findet deutliche Zusammenhänge zwischen dem Vitamin-D-Status und dem Risiko einer Corona-Infektion. Die Untersuchungen wurden ausgehend von den unterschiedlichen Entwicklungen in Israel zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen (Araber, Orthodoxe) und den Geschlechtern begonnen und kommen in dieser großen Beobachtungspopulationsstudie zu dem Ergebnis, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und dem Auftreten von Covid-19 gibt und dass die Anpassung des Vitamin D-Spiegels durch die Einnahme flüssiger Vitamin D-Formulierungen mit einem verringerten Risiko für eine Covid-19-Infektion verbunden ist.
Deutlicher habe es ich es bisher nicht gelesen und es stellt sich erneut die Frage, warum nicht von offizieller Seite die Anpassung der Vitamin-D-Level propagiert wird. Für mich heißt das: Bevor der Winter kommt, lasse ich meinen Vitamin-D-Status bestimmen und erhöhe oder erhalte ihn durch die Einnahme flüssigen Vitamin-Ds über die dunkle Jahreszeit.

Update 10: Albert Einstein sagte einmal: "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
Ich bin nun beim Update 10 mit einer weiteren Studie, dieses Mal aus Heidelberg und noch immer habe ich in keiner Corona-Talkrunde auch nur ein einziges Wort zum Thema Vitamin-D-Versorgung der Bevölkerung gehört. Dabei wäre es so preiswert und einfach, man müsste die Menschen nur aufklären und mitnehmen.
Hier zur Studie: In Heidelberg wurden bei 185 behandelten, an COVID-19 erkrankten Menschen, der Vitamin-D-Status erfasst, Als Mangel wurden Werte unter 12 ng/ml definiert. Dieser Mangel wurde bei 41 Patienten festgestellt, 144 hatten Werte darüber. Zitate aus der Studie: "Unsere Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen VitD-Mangel und Schweregrad / Mortalität von COVID-19" und "Ein VitD-Mangel war mit einem 6-fach höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und einem ~ 15-fach höheren Sterberisiko verbunden."(12)

Update 11: in ihrem Artikel "Wieviel Ignoranz ist eigentlich erlaubt?! Vitamin D kann bei Corona Leben retten, nicht nur in Spanien!" schreibt die Autorin Helena Schwarz, dass bis September 2020 etwa 60.000 wissenschaftliche Arbeiten zum Thema COVID-19 erschienen sind, darunter eindrucksvolle Studien in Bezug auf die schützende Wirkung von Vitamin D. Sie beklagt - wie ich auch - dass dieser Zusammenhang in den Medien während der Covid-19-Krise leider kaum zur Sprache kommt. In ihrem Fazit wirft sie einen wirklich bedrückenden Gedanken auf: "Angesichts dieser eindeutigen Ergebnisse stellt sich die Frage, wie lange es ethisch noch vertretbar ist, Patienten mit Covid-19 und anderen Atemwegserkrankungen Vitamin D als Therapeutikum weiterhin vorzuenthalten.".
Bitte lest diesen Artikel (alle Behauptungen darin sind mit Links zu Studien gut belegt)!

Update 12: Anfang Juli philosophierte der Endokrinologe Fassnacht im "Focus" im Zusammenhang mit der Studie der Uni Hohenheim, worin die Forscher forderten, dass bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus zügig der Vitamin D-Status geprüft und ein mögliches Defizit behoben werden solle: "Mein Glaube daran, dass das Vitamin irgendwo hilft, ist sehr gering.". Da ist man als Patient doch froh, sich in solch gläubigen Händen zu befinden. Geht's noch! Wissenschaftler haben nicht zu glauben, die sollen forschen, die Ergebnisse überprüfen und sich dann danach zu richten. Und Journalisten sollten besser mal Studien lesen und dann ihre Artikel schreiben, dann kämen beim aktuellen Stand der Forschung vernünftigere Aussagen zu Papier als Glaubenssätze eines Arztes. Selbst unser ewiger Mahner (manche hassen ihn dafür, andere sind ihm dankbar) Karl Lauterbach hat jetzt (28.10.2020) getwittert: "Obwohl es keine randomisierten Studien gibt glaube ich, dass vorliegende Studien, geringere Qualität, ausreichen, bei Mangel Vitamin D Tabletten einzunehmen. Schwerer Covid Verlauf wohl unwahrscheinlicher. Ich rate: Beim nächsten Arztbesuch: Vitamin D". Auch wenn Herr Lauterbach irrt, dass es keine randomisierten Studien gibt, muss man dankbar sein, dass diese Worte aus der Hand des vielerorts gehörten Mahners zu lesen sind.
Eine aktuelle Studie aus Frankreich (13) mit Bewohner*innen in einem Altenheim kommt zu folgendem Ergebnis: "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Bolus-Vitamin-D3-Supplementierung [Hohe Dosis für schnelle Wirkung - Anm. des Verfassers] während oder kurz vor COVID-19 bei gebrechlichen älteren Menschen mit weniger schwerem COVID-19 und einer besseren Überlebensrate assoziiert war."
Noch Fragen, Kienzle? - Nein, Hauser!

Update 13: Da aktuell die Stimmen lauter werden, dass Vitamin D im Zusammenhang mit Corona doch wirksam sein könnte und ein regelrechter Hype ausgerufen wird, treten natürlich auch Kritiker auf den Plan. Tatsache ist, dass in Großbritannien darüber nachgedacht wird vor allem die ältere Bevölkerung besser mit Vitamin D zu versorgen (wie hier nachgelesen werden kann). Natürlich gebietet es die wissenschaftliche Seriosität, dass man Studien (von denen in der aktuellen Krise viele auch ohne Überprüfung veröffentlicht werden) genau unter die Lupe nimmt. So wird aktuell von die Studie der spanischen Pneumologin Marta Castillo (10) vom deutschen Pharmakologen Martin Smollich kritisiert (siehe Artikel der DW). Aber wenn trotz Kritik und eventuell notwendiger Korrekturen (siehe Erläuterung) unleugenbare Ergebnisse bleiben, so gebietet es die selbe Seriosität, dass man diese ernst nimmt, weiter beforscht und Konsequenzen zieht. In Schottland ist man schon so weit, der Rest des Vereinigten Königreichs scheint nachzuziehen. Bliebe zu fragen, wann man endlich bei uns so weit ist. Es sterben täglich Menschen an COVID-19 - meiner Meinung nach mehr, als sterben müssten.

Update 14: Ich will ja nicht mit weiteren Studien langweilen, aber ein paar Zitate seien erlaubt, damit niemand sagen kann, man hätte nichts wissen können:
Studie veröffentlicht am 03.07.2020: "Ein Vitamin-D-Mangel wurde mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität bei COVID-19-Infektionen in Verbindung gebracht, [...]"
Studie veröffentlicht am 27.07.2020:
"Patienten mit schlechter Prognose hatten signifikant niedrigere Vitamin D-Serumspiegel im Vergleich zu Patienten mit guter Prognose. [...] Die Diagnose eines Vitamin-D-Mangels könnte eine hilfreiche Ergänzung bei der Beurteilung des Potenzials von Patienten sein, schweres COVID-19 zu entwickeln."
Studie veröffentlicht am 19.11.2020: "Fazit - Ein Vitamin-D-Mangel erhöht die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung nach einer Infektion mit SARS Cov-2 deutlich. Die Intensität der Entzündungsreaktion ist auch bei COVID-19-Patienten mit Vitamin D-Mangel höher. Dies alles führt zu einer Erhöhung der Morbidität und Mortalität bei COVID-19-Patienten mit Vitamin D-Mangel. Unter Beibehaltung der aktuellen COVID-19-Pandemie empfehlen die Autoren die Verabreichung von Vitamin D-Präparaten an COVID-19-gefährdete Personen."
Studie veröffentlicht am 05.12.2020: "Die häufigsten Komorbiditäten waren Vitamin D-Mangel (74,7%), Diabetes Mellitus (68,3%), Bluthochdruck (42,6%) und Fettleibigkeit (42,2%). [...] und 25(OH)D <12,5 nmol/l waren signifikante Prädiktoren für die Mortalität bei hospitalisierten Covid-19-Patienten." Bemerkung Verfasser: Der Risikofaktor war bei Vitamin-D-Mangel (HR: 7.0) größer als bei Rauchen (HR: 5.8), Herzinsuffizienz (HR: 3.5) und Alter (HR: 3.0).
(Alle Übersetzungen aus den Originalarbeiten mit Mate - Translate)

Update 15: Einfach und verständlich erklärt Dr. von Helden, in seinem Beitrag auf YouTube warum es aktuell so wichtig ist, den Vitamin-D-Spiegel in einen guten Bereich zu bringen. 

Update 16: Siehe oben!

Update 17: Wissenschaftler*innen sind in ihren Publikationen sprachlich immer vorsichtig - das ist auch gut so, denn eine wissenschaftliche These lässt sich nie endgültig beweisen, sondern nur gut belegen und sie gilt immer nur so lange bis sie falsifiziert, also durch andere Versuche und Untersuchungen widerlegt ist. Dennoch werden die beiden Wissenschaftler der Uni Heidelberg Hermann Brenner und Ben Schöttker in einem Kommentar (15) zu einer Studie aus Heidelberg (16)  für wissenschaftliche Verhältnisse sehr deutlich, wenn sie feststellen, dass "... die Mehrzahl der Todesfälle aufgrund von SARS-CoV-2-Infektionen statistisch auf eine Vitamin-D-Insuffizienz zurückzuführen ist und möglicherweise durch eine Vitamin-D-Supplementierung verhindert werden könnte.". Sie schreiben weiter: "... implizieren diese Ergebnisse, dass 87% der COVID- 19 Todesfälle können statistisch auf eine Vitamin-D-Insuffizienz zurückgeführt werden und könnten möglicherweise durch die Beseitigung der Vitamin-D-Insuffizienz vermieden werden.". Stellen wir uns mal einen Augenblick vor, was wäre, wenn dies stimmt (die Belege sind stark) und man gehandelt hätte, dann wären in Deutschland aktuell 48.161 weniger Menschen gestorben (Berechnung auf Grundlage der Zahlen vom 28. Januar 2021: 55.358 Tote  laut https://www.worldometers.info/coronavirus/country/germany/ - Last updated: January 28, 2021, 09:19 GMT). Auch wenn dies rein hypothetische Berechnungen sind, die sicher weit jenseits real zu erreichenden Werten liegen, zeigt dies doch deutlich die Möglichkeiten und den Umfang des gesundheitspolitischen Versagens.

Update 18: Mal weg von Corona, es gibt ja leider auch andere Geiseln der Menschheit - Krebserkrankungen sind eine davon.
Aber auch hier kann Vitamin-D einiges bewirken. Zu quantifizieren wie viel das ist, haben sich Wissenschaftler um Tobias Niedermaier zur Aufgabe gemacht und dabei Bemerkenswertes herausgefunden (17):
"Jüngste Metaanalysen randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) haben eine signifikante Reduktion der Krebssterblichkeit durch Vitamin-D-Supplementierung gezeigt. [...] In der Hauptanalyse wurde geschätzt, dass eine Vitamin-D-Supplementierung fast 30 000 Krebstodesfälle pro Jahr bei ungefähren Kosten von 900 Mio. EUR und Einsparungen von 1,154 Mrd. EUR verhindert, was auf eine Nettoeinsparung von 254 Mio. EUR hindeutet. Unsere Ergebnisse unterstützen die Förderung der Supplementierung von Vitamin D bei älteren Erwachsenen als kostensparenden Ansatz, um die Krebssterblichkeit erheblich zu senken." (Dank an Herrn Google fürs Helfen beim Übersetzen)
Auch wenn es im Grunde traurig ist, dass nicht allein das Untersuchungsergebnis bezüglich der Gesundheit ausreicht, wäre doch dann das Kostenargument ein Grund.

Update 19: Zum Glück sind schwere und schwerste Verläufe bei Kindern extrem selten. Aber dennoch übertragen Kinder das Virus und selbst harmlosere Verläufe sollten uns bei Kindern nicht kalt lassen. Da ist es erfreulich zu lesen, dass eine Beobachtungsstudie in einem Krankenhaus in Istanbul ergeben hat, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung auch bei Kindern hilft. Die Autoren schreiben, das diese Studie einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und klinischem Schweregrad sowie Entzündungsmarkern in pädiatrischen COVID-19-Fällen zeigte und dass eine prophylaktische Vitamin-D-Supplementierung in Betracht gezogen werden kann, insbesondere in der Altersgruppe der Jugendlichen. (18)

Update 20: Erneut hat mich der unermüdlich forschende (und mahnende) Dr. Raimund von Helden auf eine interessante Internetseite hingewiesen. In seinem YouTube-Video erklärt er die Ergebnisse der Meta-Analyse die auf der Seite: vdmeta.com eingesehen werden kann und auf der alle ausgewerteten Studien verlinkt sind. Nach dem Studium dürfte unbestreitbar sein, dass die aktuelle Studienlage dafür spricht Vitamin-D bei der Prophylaxe und Behandlung von COVID-19 endlich ernst zu nehmen.

Update 21: Schweizer Ärzte verfassen einen Appell zu Vitamin D. Sie zeigen auf, dass die aktuelle Studienlage kaum vernünftige Zweifel an der Wirksamkeit von Vitamin D bei Infektionskrankheiten im Allgemeinen und COVID-19 im Besonderen zulässt. Sie fordern deshalb das Vitamin D zur Vorbeugung kostenlos an alle erwachsenen Schweizer ausgegeben wird, der Status idealerweise durch Messungen bestimmt wird, dass im Krankheitsfall durch hohe Bolusgaben erstbehandelt und dein weiterhin mit Vitamin D versorgt werden, dass wissenschaftliche Untersuchungen zur Evaluiierung druchgeführt und dass diese Empfehlungen über Behörden und Medien verbreitet werden.
Sie listen auch auf welch unmöglich große Mengen Vitamin-D-haltiger Lebensmittel man zu sich nehmen müsste, um ohne Supplementierung oder Sonnenhilfe (in unseren Breiten nur von April bis Oktober möglich) auf gute Werte zu kommen.

Update 22: Wulf Rohwedder, aus der Redaktion ARD-faktenfinder, schrieb noch am 12.02.2021 die Überschrift: "Vitamin D schützt nicht vor Covid-19-Erkrankung" in offensichtlicher Unkenntnis oder Verleugnung von über 60 wissenschaftlichen Studien und mit Hilfe von Meinungsmache, wie der Aussage: "... das behaupten 200 Wissenschaftler und Ärzte auf einer Website, die in dem Flugblatt "Krankenhausschließungen trotz Pandemie?" der "Freiheitsboten" empfohlen wird.". Warum ein Faktenfinder sich nicht die Studienlage anschaut, sondern Zuflucht zu Aussagen im möglicherweise fragwürdigen "Freiheitsboten" nimmt, ist unklar - der Tagesschau aber auf jeden Fall unwürdig. Die Empfehlung des Bundesinstitut für Risikobewertung einer Tageshöchstmenge von 800 i.E., muss er im Folgesatz in Berufung auf die Europäische Behörde für Lebensmitelsicherheit (EFSA) relativieren, die hält nämlich bei gesunden Erwachsenen auch noch eine Dosis von 4000 I.E. für unbedenklich. 
Letztlich ist auch seine Behauptung: "Eine Vitamin-D-Überdosierung kann massive Nebenwirkungen und dauerhafte Organschäden auslösen.", nur in sofern richtig, als natürlich Überdosierungen immer Risiken bergen. Er verlinkt die Formulierung zum RKI, das aber von "... einer übermäßig hohen Einnahme von Vitamin D" schreibt, ein feiner, aber deutlicher, sprachlicher Unterschied, der einem Mann, der als Faktenfinder für die ARD arbeitet, auffallen sollte.
"Sich darauf zu verlassen, dass die Aufnahme vor Covid-19 schützt, ist aber in jedem Fall mehr als fahrlässig." - niemand aus der Wissenschaft hat davon gesprochen, dass man sich durch Einnahme von Vitamin-D verlässlich vor Covid-19 schützen kann, aber die Studien belegen eine Reduktion des Risikos. Und das klar zu stellen und keine Meinungsmache zu betreiben oder Platituden zu wälzen wäre eventuell die Aufgabe eines Faktenfinders.
Damit aber ist jetzt Schluss auf tagesschau.de, denn am 15.05.2021 meldet Bernd Reiser vom NDR: "Hilft Vitamin D bei Corona? Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte diese Frage stets verneint. Doch nun macht die Behörde eine vorsichtige, aber bemerkenswerte Kehrtwende.". Wer den verlinkten Artikel liest, findet darin - in aller Vorsicht - vieles wieder, was auch auf dieser Seite zu lesen ist. Hoffen wir, dass Herr Reiser vom NDR dafür keinen Ärger von seinem Faktenfinder-Kollegen bekommt.
Natürlich sind die deutschen Institutionen (DGE, BfR, RKI)  wieder enorm vorsichtig und natürlich haben sie in zwei Punkten Recht: 1. Nahrungsergänzungsmittel dürfen und können niemals eine gesunde Ernährung ersetzen und 2.: Die Einnahme von hohen Dosen an Nahrungsergänzungsmitteln bedürfen der ärztlichen Kontrolle. Aber es ist richtig: "Im Winter haben laut "Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland" (DEGS) des RKI etwa 82 Prozent der deutschen Bevölkerung keine ausreichende Versorgung mit Vitamin D, im Frühjahr sind es immerhin noch 73 Prozent, die also nicht "gut" versorgt sind.". Wobei zu erwähnen ist, dass sich einige der deutschen "Vitamin-D-Päpste" (Prof. Spitz, Dr. Raimund von Helden, Uwe Gröber) für deutlich höhere Werte aussprechen, um wirklich einen guten Vitamin-D-Status zu haben, was bedeutet, dass nach deren Meinung noch viel mehr Bundesbürger einen Mangel leiden. Aber während bei uns nur langsam Widerstände bröckeln, hatten in Irland führende Wissenschaftler bereits Anfang April ihre Regierung unmissverständlich aufgerufen, dass alle Erwachsenen Vitamin-D-Präparate zu sich nehmen sollten und zwar mit der Zielstellung, die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. In Finnland wird schon viel länger Vitamin-D supplementiert, ohne dass durch Überdosen Krankheiten bekannt geworden wären, dafür hat Finnland eine der besten Corona-Bilanzen in Europa. Und möglicherweise hat der Einsatz von Vitamion-D in Großbritanien auch mitgeholfen, die gefürchete britische Mutante in den Griff zu bekommen - das ist zwar eine Mutmaßung, aber die Zahlen würden es belegen.
Wenn Bernd Reiser dann abschließend schreibt: "Vitamin D war zuvor schon - wenn auch weitgehend unbemerkt - von anderen Experten in Deutschland eine bedeutende Rolle zur Eindämmung der Corona-Pandemie zugesprochen worden.", kann ich nur sagen, nicht nur von Experten, meinen ersten Artikel habe ich schon im Laufe der ersten Welle 2020 verfasst.
Man hätte es wissen können und bei aller wissenschaftlichen Unsicherheit: Ein Institut für Risikobewertung sollte wissen, dass Risikobewertung immer mindestens zwei Seiten hat. Ja, Überdosierung von Stoffen kann ein Risiko sein, aber der Mangel auch. Wie oben schon zitiert: "*Nicht* zu handeln ist auch eine Wahl." (Espen Haug - Norwegian University of Life Sciences) - wider vieler, guter Belege zu verkünden Vitamin-D nütze nichts und dann noch vor Überdosierungen zu warnen, könnte im Lichte der Erkenntnisse um das Sonnenvitamin eine völlige Fehleinschätzung von Risiken gewesen sein - mit fatalen gesundheitlichen Folgen für viele, viele Menschen.

Update 23: Obwohl die Zahl der Studien immer größer wird, die einen Zusammenhang zwischen Verläufen von COVID-19-Erkrankungen und dem Vitamin-D-Status feststellen, hört man noch immer (November 2021 zu Beginn der 4. Welle) keine Empfehlungen, dass alle ihren jeweiligen Vitamin-D-Spiegel in sichere Bereiche bringen. Dieser Bereich ist bei weitem nicht bei den von der DGE geforderten 20 ng/ml erreicht, den zudem erschreckend wenige, vor allem alte Menschen erreichen. Eine aktuelle Studie (Metaanalyse von 9 Studien) von Lorenz Borsche, Bernd Glauner und Julian von Mendel (20) legt nahe, dass ein "sicherer" Wert erst über 50 ng/ml erreicht sein dürfte, was 125 mmol/l entspricht.
Die Forscher schreiben in ihrer Schlussfolgerung, dass die Datensätze starke Beweise dafür liefern, dass niedriges D3 ein Vorhersagewert und nicht nur eine Nebenwirkung der Infektion ist. Sie empfehlen trotz laufender Impfungen den Serum-25(OH)D-Spiegel auf über 50 ng/ml (125 mmol/l) zu erhöhen, um neue Ausbrüche aufgrund von Fluchtmutationen oder abnehmender Antikörperaktivität zu verhindern oder zu mildern.
In den ausgewerteten Studien waren oberhalb von Werten von 50 ng/ml keine tödlichen Verläufe mehr zu beklagen gewesen.
Wer sich das lieber von Dr. med. Volker Schmiedel erklären lassen mag, kann sich das Video anschauen.

Update 24: Wie viele Studien braucht es noch und wie viele Studien soll ich hier noch zitieren? Im Februar 2022 erschien eine Studie aus Israel (21), die den sogenannten Peer-Review durchlaufen hat und folgende Ergebnisse zu Tage förderte.
Zitat aus den Ergebnissen: "Bei Patienten mit Vitamin-D-Mangel (<20 ng/ml) war die Wahrscheinlichkeit einer schweren oder kritischen Erkrankung 14-mal höher als bei Patienten mit 25(OH)D ≥40 ng/ml" und daraus leiten die Wissenschaftler*innen folgende Schlussfolgerung ab: "Bei hospitalisierten COVID-19-Patienten war ein Vitamin-D-Mangel vor der Infektion mit einer erhöhten Krankheitsschwere und Sterblichkeit verbunden."
Zum Vergleich nach aktuellen Zahlen (veröffenticht am 12.04.2022 auf https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/karte-sars-cov-2-in-deutschland-landkreise/) sind die Unterschiede in der Wirklung von vollständiger Impfung, Boosterung zu Ungimpften deutlich geringer: 0,9 (ungeimpft) zu 2,5 (geimpft) zu 5,3 (geboostert), also etwa nur 3 bis 6-mal höher.
Achtung: Dies ist kein Appell gegen das Impfen, sondern ein Appell für weitere Maßnahmen, die wirkungsvoller zu sein scheinen. Das Eine tun und das Andere nicht lassen.
Und wer sich partout nicht impfen lassen will, hat mit einem ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel beste Chancen sich und andere zu schützen - wie nun erneut bewiesen.

Aber jetzt, genug gelesen, raus an die frische Luft und bewegen, bewegen, bewegen ...

 

Zum Nachkontrollieren - Studien zum Thema:

(1) National Center for Biotechnology Information: Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data (zur Studie ->)
(2) National Center for Biotechnology Information: Acute Respiratory Tract Infection and 25-Hydroxyvitamin D Concentration: A Systematic Review and Meta-Analysis (zur Studie ->)
(3) National Center for Biotechnology Information: Evidence That Vitamin D Supplementation Could Reduce Risk of Influenza and COVID-19 Infections and Deaths (zur Studie ->)
(4) Trinity College Dublin: The Irish Longitudinal Study on Ageing (zur Studie ->)
(5) MDPI: 25-Hydroxyvitamin D Concentrations Are Lower in Patients with Positive PCR for SARS-CoV-2 (zur Studie ->)
(6) Springer Link: The role of vitamin D in the prevention of coronavirus disease 2019 infection and mortality (zur Studie ->)
(7) preprint.org: The Essential Role of Vitamin D in the Biosynthesis of Endogenous Antimicrobial Peptides May Explain Why Deficiency Increases Mortality Risk in COVID-19 Infections (zur Studie ->)
(8) National Library of Medicine: 'Scientific Strabismus' or Two Related Pandemics: COVID-19 & Vitamin D Deficiency (zur Studie ->)
(9) ScienceDirect: Vitamin D deficiency and co-morbidities in COVID-19 patients – A fatal relationship? (zur Studie ->)
(10) ScienceDirect: Effect of Calcifediol Treatment and best Available Therapy versus best Available Therapy on Intensive Care Unit Admission and Mortality Among Patients Hospitalized for COVID-19 (zur Studie ->)
(11) medrxiv - The Preprint Server for Health Sciences: The link between vitamin D deficiency and Covid-19 in a large population (zur Studie ->)
(12) MDPI: Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients (zur Studie ->)
(13) ScienceDirect: Vitamin D and survival in COVID-19 patients: A quasi-experimental study (zur Studie ->)
(14) Research gate: Vitamin D and COVID-19: Is There a Lack of Risk/Reward Understanding Among Health Authorities? (zur Studie ->)
(15) MDPI: Vitamin D Insufficiency May Account for Almost Nine of Ten COVID-19 Deaths: Time to Act. Comment on: “Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients”. Nutrients 2020, 12, 2757 (zum Kommentar ->)
(16) MDPI: Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients (zur Studie ->)
(17) Molecular Oncology: Vitamin D supplementation to the older adult population in Germany has the cost‐saving potential of preventing almost 30 000 cancer deaths per year (zur Studie →)
(18) National Center for Biotechnology Information: The association between vitamin D levels and the clinical severity and inflammation markers in pediatric COVID-19 patients: single-center experience from a pandemic hospital (zur Studie →)
(19) Vitamin D, das Immunsystem und COVID-19 - Mitteilung Nr. 015/2021 des BfR vom 14. Mai 2021 (zur Mitteilung des BfR →)
(20) Nutrients. 2021 Oct 14: COVID-19 Mortality Risk Correlates Inversely with Vitamin D3 Status, and a Mortality Rate Close to Zero Could Theoretically Be Achieved at 50 ng/mL 25(OH)D3: Results of a Systematic Review and Meta-Analysis (zur Studie →)
(21) Pre-infection 25-hydroxyvitamin D3 levels and association with severity of COVID-19 illness (zur Studie ->)

 

 

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