Vitamin-C

Ein Klassiker und Multitalent

 

Vorbemerkung in Zeiten von Corona:

Es gibt aktuell keinen Impfstoff und es gibt kein erwiesenermaßen wirksames Medikament gegen COVID-19. Vitamine und Mikronährstoffe sind keine Medikamente und können (vielleicht) keine Krankheiten heilen. Aber sie sind essenziell für uns, das heißt, da unsere Körper sie nicht selbst herstellen können, führt ein Mangel zwangsläufig zu Erkrankungen und Schwächungen unserer Immunabwehr.
Hier wird kein Vitamin als Wundermittel angepriesen, aber es soll die enorme Wichtigkeit einer ausreichenden Versorgung aufgezeigt werden.

Was ist Vitamin-C?

Ascorbinsäure - so der weniger bekannte, chemische Name von Vitamin-C - dürfte das bekannteste Vitamin überhaupt sein. Ein Mangel am Vitamin-C hat früher auf Schiffen zur Krankheit Skorbut geführt, die vielen Seefahrern das Leben kostete, bis man entdeckte, dass dem durch eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung (durch gut lagerbares Sauerkraut) vorzubeugen war. Vitamin-C ist also lebensnotwendig.
Es beeinflusst 95% unseres Stoffwechsels, weshalb es kaum eine Erkrankung gibt, auf die Vitamin-C keinen positiven Einfluss hat. Daneben erhöht sich der Vitamin-C-Bedarf in Krankheitsfällen um ein Vielfaches, was darauf zurückzuführen ist, dass der Körper seine Vorräte aufbraucht, um gegen die Erkrankung anzukämpfen.
Nur der Mensch und wenige andere Tierarten (Primaten, Hausschweine, Meerschweinchen und Fledermäuse) können Vitamin-C nicht selbst herstellen und müssen es daher mit der Nahrung aufnehmen.

Wie hoch sollte der Vitamin-C-Aufnahme sein?

Um mal Beispiele aus dem Tierreich zu nennen: Hund stellen bis zu 5000 mg, Katzen bis zu 1000 mg und Ziegen bis zu 12.000 mg Vitamin-C pro Tag her. Und Tiere steigern in Stresssituationen die Produktion um das 4 bis 5-fache. Die Mehrzahl der Molekularforscher und Vitaminexpert*innen weltweit sind sich darüber einig, dass der Bedarf des Menschen bei 30-50 mg/kg Körpergewicht liegt (also 2.000-3.500 mg/Tag bei einem Erwachsenen). Dagegen liegt die Empfehlung unserer Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) bei 60-100 mg pro Tag (im Vergleich dazu die offizielle Empfehlung für Meerschweinchen von 0,5-1,5 kg Körpergewicht: 10-30 mg).  Das ist geradezu lächerlich - insbesondere wenn man weiß, dass Vitamin-C als wasserlösliches Vitamin praktisch nicht überdosiert werden kann, weil ein Zuviel über den Urin ausgeschieden wird.
Die Aufnahme von Vitamin-C sollte verteilt über den Tag erfolgen, da es ansonsten nicht resorbiert, sondern teilweise ausgeschieden wird. Gute Lieferanten des Vitamins sind: Zitrusfrüchte, Acerolakirschen, Sauerkraut, Petersilie, Paprika, Blumenkohl und Brokkoli. Bei der Zubereitung ist zu bedenken, dass Kochen im Wasser viel Vitamin-C entzieht und beim langen Lagern auch Vitamin-C abgebaut wird.

Überdosierungen sind kaum zu befürchten. Bis heute ist kein Fall bekannt, bei der eine zu hohe Vitamin-C-Aufnahme zu ernsten Erkrankungen geführt hat. Allerdings muss bei Tagesdosen von 10.000 mg und mehr mit Durchfall gerechnet werden. Ein sicheres Zeichen, dass die Tagesdosis dann zu hoch war.

Übrigens: Sportler (Ausdauersport), Raucher und Menschen die viel Alkohol konsumieren haben einen erhöhten Bedarf.

Welche Funktionen hat Vitamin-C im Organismus?

Da die Funktionen so vielfältig sind, könnte man damit ganze Bücherreihen füllen, aber die wesentlichen Funktionen sind:
- Aktivierung und Stimulation des Immunsystems
- Stimulation des Nervensystems
- Organisation bei vielen lebenswichtigen Prozessen
- Wichtigstes, wasserlösliches Antioxidans (Radikalenfänger)

Was hat Vitamin-C mit dem Corona-Virus zu tun?

Obwohl das SARD-CoV2 ein neues Virus ist, dürften dennoch nachgewiesene Wirkungen auf andere, ähnliche Viren (andere Corona- und Grippeviren) eine gewisse Übertragbarkeit haben und allgemeine Wirkungen, wie die Immunstimulation sind von größter Bedeutung bei der Verhütung von schweren Verläufen nach der Infektion mit SARD-CoV2.
Deshalb lohnt es sich, einen Blick auf Fakten zu werfen, die durch Studien belegt sind:
- Thema: Erkältung, Grippe, Schnupfen, Tuberkulose - Vitamin C aktiviert die körpereigene Abwehr, verhindert und behandelt zuverlässig die genannten Symptome. Vitamin C hilft bei der Inaktivierung vieler Bakterien und Viren (Ritzel G.: Beurteilung des Vitamin C als Prophylaktikum und Therapeutikum der Erkältungskrankheiten)
- Thema: Infekte (Grippe, Erkältungen usw.) - Aktive Abwehr von Viren und Bakterien durch Anreicherung in den Leukozyten und Aktivierung der T-Helfer-Zellen (Stone I.: The healing factore: Vitamin C against disease)
- Thema: Atemwegserkrankungen - Klinische Studien bezeugen einen positiven Effekt von Vitamin C auf sämtliche Lungenfunktionsparameter.

Darüber hinaus hat die Studie zu Vitamin C und Immunfunktion aus dem Jahr 2017 folgende Ergebnisse gezeitigt:
"[...] Vitamin C trägt zur Immunabwehr bei, indem es verschiedene zelluläre Funktionen sowohl des angeborenen als auch des adaptiven Immunsystems unterstützt.  Vitamin C unterstützt die epitheliale Barrierefunktion [...]. Darüber hinaus scheint die Ergänzung mit Vitamin C in der Lage zu sein, Infektionen der Atemwege und des Systems sowohl zu verhindern als auch zu behandeln." (1)

Und darüber hinaus haben Wissenschaftler in Asien sehr interessante Erfahrungen mit der hochdosierten Gabe von Vitamin-C (per Infusion) auf schwere Fälle von COVID-19-Erkrankten gemacht. Die ersten Ergebnisse liegen bereits vor (s.u.). In Amerika - so berichtet die New York Times - wird nun auch versucht, durch die Gabe von Vitamin-C die schweren Verläufe zu mildern. Dazu Dr. Andrew C. Webber: "The patients who received vitamin C did significantly better than those who did not get vitamin C” und “It helps a tremendous amount, but it is not highlighted because it’s not a sexy drug." Was er mit dem Nachsatz und dem Begriff "sexy drug"meint, ḱann jede/r selbst entscheiden. Es wirft aber sicher kein allzu gutes Licht auf unser Gesundheitssystem, indem nur an "sexy drugs" geforscht wird. (2)
Hier mag es einen weiteren Hoffnungsschimmer für die COVID-19-Patient*innen geben.

Aber jetzt, genug gelesen, raus an die Frische Luft und bewegen, bewegen, bewegen ...

 

Zum Nachkontrollieren - Studien zum Thema:

(1) National Center for Biotechnology Information: Vitamin C and Immune Function. (zur Studie ->)
(2) U.S. National Library of Medicine: Vitamin C Infusion for the Treatment of Severe 2019-nCoV Infected Pneumonia (zur Studie ->)

 

 

 

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