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Fasten

Eine alte Tradition neu entdeckt, wie uns der selbst gewählte Mangel helfen kann, gesund zu bleiben

 

Vorbemerkung in Zeiten von Corona:

Es gibt aktuell keinen Impfstoff und es gibt kein erwiesenermaßen wirksames Medikament gegen COVID-19. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns vor dem Virus schützen. Dies erfolgt in erster Linie durch die Einhaltung der empfohlenen Hygienemaßnahmen und der Abstandsregeln. Darüber hinaus können wir uns aber schützen, in dem wir unser Immunsystem stärken. Fasten kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Warum kann Fasten unsere Gesundheit fördern?

Um zu verstehen, warum Fasten uns helfen kann gesund zu bleiben und auch die Immunabwehr zu stärken, muss man sich mit der Autophagie befassen. Bei diesem Prozess werden im Inneren der Zelle eigenständig Stoffwechselabfälle und schädliche Substanzen entsorgt oder recycelt. Das ist wichtig um Alterung und Stress entgegenzuwirken und zum Beispiel Hunger zu überleben. Die Autophagie, also das Sich-selbst-essen, spielt bei sehr vielen Krankheiten eine Rolle. Wir können krank werden,. wenn die Autophagie nicht richtig funktioniert, aber wir können sie benutzen, um Schäden zu reparieren. Für seine Forschung zu diesem Thema erhielt der Japaner Yoshinori Ohsumi den Medizin-Nobelpreis.
Aber die Autophagie ist nicht nur eine Form der zellulären „Müllverwertung“, sondern sie ts nach Untersuchungen der Infektionsforscher auch ein wichtiger Bestandteil sowohl der angeborenen als auch der adaptiven Immunabwehr.
Aber wie kann man nun die Autophagie aktivieren? Bestimmte natürliche Stoffe sind dazu in der Lage, z.B.: Spermidin (siehe Ernährung). Auch Bewegung kann sie in Gang setzen, was ein Grund ist, warum einige Sportarten als so gesund gelten. Aber auch Hungern, also das Fasten kann die Autophagie aktivieren.

Welche Arten von Fasten gibt?

In den Religionen spielt Fasten eine wichtige Rolle, bei den Christen in der Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern oder im Islam beim Ramadan. Daneben ist das Fasten aber schon seit Jahrtausenden in der Medizin ein bewährtes Mittel gegen vielerlei Erkrankungen und höchstwahrscheinlich ist das Intervallfasten die natürlichste Form der Ernährung, denn erst in der jüngsten Vergangenheit der Menschheitsentwicklung steht jederzeit Essen zur Verfügung.
In der Heilkunde werden verschiedene Formen des Fastens angewendet, die nicht alle auf jede Nahrungsaufnahme verzichten, sondern bestimmte Nahrungsmittel erlauben. Beim Heilfasten, wird die mehrtägige Fastenkur mit einer Darmreinigung begonnen und am Ende der Fastenzeit durch gezielte Maßnahmen das Fastenbrechen eingeleitet. Diese Fastenkuren sollten unter Betreuung von geschulten Therapeut*innen durchgeführt werden.
Um die Autophagie zu aktivieren reichen allerdings viel kürzere Fastenzeiten aus. Noch ist nicht geklärt und mag auch von Person zu Person verschieden sein, ob 10 oder 12 Stunden ohne Nahrungsaufnahme ausreichen. Mit der vielfach angewendeten Form des Intervallfastens, bei der man 8 Stunden am Tag etwas isst, dann aber 16 Stunden keine Nahrung zu sich nimmt, ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite und wird in den Genuss der heilenden (eventuell auch lebensverlängernden) Wirkung der Autophagie kommen.
Wenn man also das Frühstück ausfallen lässt oder am späten Nachmittag die letzte Mahlzeit zu sich nimmt und dann den Tag mit dem Breakfast, dem Fastenbrechen beginnt, macht man alles richtig. Ein Vorteil: 8 Stunden des Fastens verschläft man dann schon mal.

Aber jetzt, genug gelesen, raus an die Frische Luft und bewegen, bewegen, bewegen ...

 

Zum Nachkontrollieren - Studien zum Thema:

(1) U.S. National Library of Medicine: Autophagy balances inflammation in innate immunity (zur Studie ->)
(2) U.S. National Library of Medicine: A periodic diet that mimics fasting promotes multi-system regeneration, enhanced cognitive performance and healthspan. (zur Studie ->)

 

 

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