Bildstreifen Schule

Fahrten mit der Kanu-AG der Realschule plus Dahn

seit Jahren mit den Kajak auch im Wildwasser unterwegs

 

Gepaddelte Gewässer:

Die Liste der Gewässer, die wir in den letzten Jahren (seit 2013) mit der Kanu-AG gemeistert haben, liest sich nicht schlecht und reicht vom Wald- und Wiesenbach, über künstliche Wildwasser-Kanäle bis zum klassischem Wildwasser in den Alpen:

- Wieslauter - unser Heimatgewässer
- Espace Eau Vive, Isle de la Serre, Porcieu - der WW-Kanal bei Sault-Brénaz, F
- Albarine (WW I-II), F
- Drau (WW I-II), Gail (WW I-II), Gurk (WW II-III), Möll (WW II-III), A
- Soča (WW I-II), SLO
- Ardèche (WW I-II), Chassezac (WW I-II), F
- Isar (I-II), Loisach (WW I), Ammer (WW I-II), Bayern

 

Kanu-AG-Fahrt 2022

Bericht der AG-Fahrt 2022

Am Samstag, den 2. Juli treffen wir uns in Dahn. Den Kanuanhänger haben Bernd (betreuender Übungsleiter des DVA) und Peter (betreuender Lehrer der Kanu-AG) bereits geladen. Darauf befinden sich neben den 9 Kajaks, die Fahrräder um vor Ort das Auto mit Anhänger zu versetzen und ein dicker Rücksack mit Gurten und Klettersteig-Sets. Aber vor der Ankunft im Drautal liegen einige Stunden Fahrt nach Süden auf der leider oft überfüllten A8. Als wir dann am vermeintlichen Ziel im kleinen Örtchen Dölsach ankommen, erwartet uns der Hüttenbesitzer und eröffnet uns, dass wir ihm weitere vier Kilometer folgen sollen - bis zur Moaralmhütte. Dass das steil wird, hat er nicht so ganz deutlich gesagt und dass nach einer Schranke die schmale, steile Asphaltstraße in einen ebenso schmalen und steilen Schotterweg übergeht auch nicht.
Als wir dann durchgeschüttelt oben ankommen, liegt die Almhütte wundervoll und ganz für sich auf einer Wiese und wartet mit einem sensationellen Panorama auf die Lienzer Dolomiten auf.

Nach dem Einrichten in der Hütte, die nur über Sonnenstrom verfügt und zum Kochen einen Holzofen bietet, werden die Boote verteilt sowie eingestellt und alle 7 Schüler der Kanu-AG mit passendem Material versorgt, denn auch wenn es heiße Julitage sind, entscheidend ist die Wassertemperatur und die ist in den Bergen eher niedrig.

Sonntags, nach einem ersten Frühstück in der Sonne mit dem Panorama, an dem man sich einfach nicht satt sehen kann, geht es dann los zur ersten Kanutour.
Auf dem Programm steht ein mäßig schwerer Wildwasserabschnitt auf der Gail, die nach der Abfahrt von der Berghütte und dem Überqueren des Gailbergpasses recht schnell erreicht ist. Hier erwartet uns zu Beginn ein etwas niedriger Wasserstand, aber nach ein paar Steinkontakten nehmen wir schnell Fahrt auf und widmen den ersten Paddeltag dem Einwackeln und Erlernen des wichtigsten Manövers im Wildwasser: Das Kehrwasserfahren, also die Ein- und Ausfahrt aus der Strömung.

Der zweite Tag gehört dann der Drau. Diese ist ab der Mündung der Isel in Lienz ein schnell fließender, wuchtiger Fluss, der aber außer großen Wellen keine Schwierigkeiten bietet.
Hier lernen wir uns auch von etwas mehr Wasser nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und genießen mehr und mehr das Schaukeln, wenn es dann mal flotter wird. Gegen Ende wird das Wasser ruhiger, aber dafür sorgt ein aufkommendes Gewitter für einen erhöhten Adrenalinspiegel. Zum Glück erreichen wir unser Ziel in Oberdrauburg als uns die Blitze und der Donner unangenehm nahe kommen.

Nach diesem beiden Tagen ist am Folgetag ein weiteres Gewässer an der Reihe, das erneut eine andere Herausforderung stellt. Auf der Möll bei Winklern ist es weniger der Wasserdruck, eher die Enge und die Hindernisse, die uns herausfordern und zwingen sehr genau zu fahren. Zum Glück sind alle nun schon recht sicher im Kerhwasserfahren, das heißt im Anhalten in kleinen ruhigen Bereichen am Rand des Gewässers. So können wir die Fahrt bis Rangersdorf genießen und sind eher enttäuscht, dass gegen Ende die Schwierigkeiten mehr und mehr nachlassen.

Kanu-AG-Fahrt 2022

Wie es die Sportwissenschaft empfiehlt, legen wir am dritten Tag eine Pause ein - na ja, eine Paddelpause. Diesen Tag widmen wir dem Klettern, bzw. dem Begehen von Klettersteigen.
Ein optimales Ziel finden wir nahe Lienz in der Gailitzenklamm. Hier gibt es 6 Klettersteige der verschiedensten Schwierigkeitsstufen. Wir entscheiden uns mit dem kurzen Übungssteig zu beginnen, der aber gar bnicht so leicht ist, denn im Gegensatz zu den Klettersteigen, die wir aus Südfrankreich kennen, sind nur wenige Tritt- und Griffbügel angebracht.
Nach dem Üben geht es dann zum Klettersteig "Gailitzenklamm", der direkt an und über der Klamm entlang führt und tolle Einblicke bietet.
Zwei mutige Schüler, Bernd und der "Filmemacher" wagen sich dann noch in den Steig "Dopamin". Aber bis das Glückshormon wirken kann, müssen extrem mühsame und teils sehr schwere Klettermeter gemeistert werden.
Am Abend sitzen dann alle glücklich, aber mit lahmen Armen vor der Hütte und genießen das Grillen.

Der vorletzte Tag soll dann das kanusportliche Highlight werden. Dazu haben wir uns auf der Möll die Strecke von Obervellach bis zum Stausee ausgesucht.
Schon kurz nach dem Start gilt es eine recht hohe Stufe zu meistern, was bei einem guten Ablass des Kraftwerkes von über 30 m³ pro Sekunde gar nicht so leicht ist. Dann beruhigt sich der Fluss auf einigen Kilometern und wir schaukeln in flotter Fahrt auf die Prallwände im Wald zu. Wären da nicht vier nervige Raftboote, so hätten es auch alle ohne Probleme geschafft. Wir flüchten vor den Gummimonstern und dann wird es von Kilometer zu Kilometer immer heftiger, aber alle meistern das Geschaukele im schweren Wildwasser (WW III) und wir kommen glücklich am Ziel an.

Der letzte Kanutag führt uns erneut zur Möll. Heute wollen wir die Strecke oberhalb von Obervellach und bis nach dem Waldstück mit den Prallwänden paddeln. Aber welche Enttäuschung: Das Kraftwerk gibt kein Wasser ab und so müssen wir uns bis zum Pausenplatz in Obervellach kämpfen. Hier machen wir nicht nur Pause, sondern vergnügen uns im Balanceparcour am Campingplatz, bis ein Ruf ertönt: "Schnell, die Boote schwimmen weg!". Mittlerweile gibt's Wasser aus dem Kraftwerk und nur mit Tempo und etwas Glück können wir das ganze Material retten.
Sofort besteigen wir die Boote um mit dem Wasser zum Ziel zu schaukeln, das wir dann eine Stunde und viele Kubikmeter Wasser später erreichen.

Ein letzter Abend mit Blick auf die Berge über der Drau geht zu Ende und am nächsten Morgen rollen wir ein letztes Mal die Schotterpiste hinunter nach Dölsach. Sicher liegt die Hütte für eine Paddelwoche nicht optimal, aber die Ruhe, die Aussicht und die Möglichkeit jeden Abend ein Lagerfeuer zu machen, haben uns reichlich entschädigt.
Dass es am Samstag auf dem Heimweg wieder viele Stunden auf der Autobahn dauert, bis wir wohlbehalten in Dahn ankommen, tut der Freude über die gelungene Tour keinen Abbruch. Wer das Besondere erleben will, muss auch bereit sein, etwas dafür zu geben.
Das waren wir und wurden reichlich belohnt.

 

 

 

 

Bilderbogen DVA und Schule

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