Tarnquiz - Die Anreise
Einführung und Frage 1
In unserem ersten Quiz soll es bei den sieben Fragen um die Anreise zum Tarn gehen.
Dabei werden wir dir zur Beantwortung als kleine Hilfe immer vier Möglichkeiten anbieten. Drei davon sind frei erfunden, aber eine stimmt. Die musst du dann nur auswählen und auf weiter klicken.
Auf der Folgeseite klären wir das Rätsel dann auf und warten mit der nächsten Frage.
Vom Start bei dir bis zum Ziel am Tarn.
Aber wo genau befinden sich die DVA-Kanucamps?
Wie kommt man da am besten hin?
Und ist das nicht furchtbar teuer und umweltschädlich?
Ja, leider sind Busreisen recht teuer geworden und auch wenn es moderne Busse sind, so verbrauchen sie dennoch eine Menge Treibstoff und belasten dadurch die Umwelt. Aber ein gut besetzter Reisebus ist aktuell von allen Verkehrsmitteln das geringste Übel.
Wir vom DVA haben uns dazu entschlossen die An- und Rückreise bei den Gruppen- und Schulfahrten im Rahmen einer Buskette zu organisieren. Das spart Kosten und schont die Umwelt - nebenbei ist so eine Busfahrt in der Gruppe auch lustig und man kann unterwegs einiges sehen und bestaunen.
Also los geht's in die Tarnschlucht.
Treffen wir uns also am Abfahrtsort in Deutschland, an deiner Schule, dem Gemeindehaus, dem großen Parkplatz oder wo immer ihr euch auch verabredet habt, steigen wir in den Bus ein und brechen zum Tarn auf.
Und keine Sorge, die Busfahrer kennen den Weg und fahren dich sicher durch die Nacht in Richtung ...
... äh, also klar ist nach Süden ...
... ähm, ja und nach Frankreich ...
... aber äääh, wo genau ...
Und das ist unsere erste Quizfrage:
Wo genau liegt die Tarnschlucht?
A - Sie liegt südlich von Bordeaux nur 50 km vom Atlantik entfernt.
B - Sie hat sich nördlich von Marseille in die Seealpen eingegraben.
C - Sie liegt südwestlich von Lyon am Südrand des Massif central.
D - Sie befindet sich südlich von Toulouse am Fuß der Pyrenäen.
Tarnquiz - Die Anreise
Antwort 1 und Frage 2
Antwort Frage 1:
Das Hinterland der Atlantikküste südlich von Bordeaux ist recht flach, dort kann sich kein Fluss eine 500 Meter tiefe Schlucht graben. Das sieht im Norden von Marseille in der Haut-Provence schon anders aus und nordöstlich von Marseille befindet sich mit dem Grand Canyon de Verdon eine Schlucht, die sogar noch steiler und tiefer ist als die Tarnschlucht. Aber Marseille liegt östlich des Rhônetals, der aber aber im Westen davon.
Allerdings ist Toulouse dann wieder zu weit im Westen und südlich davon befinden sich die Pyrenäen - dort kommt der Tarn nicht her.
Er entspringt im Zentralmassiv das sich im Südwesten von Lyon befindet.
Antwort C wäre also richtig gewesen.

Wenn es Asterix und seinen Freund Obelix in Diensten des kleinen, gallischen Dorfes nach Süden ans Mittelmeer verschlagen hat, dann haben sie auf dem Weg sicher eine Rast mit leckerem Wildschweinbraten in Lugdunum eingelegt.
Auch wir müssen mit dem Reisebus auf dem Weg zum Tarn, durch diese Stadt oder um sie herum, nur dass sie mittlerweile Lyon heißt und in der Kernstadt mehr als eine halbe Million Einwohner zählt, was sie zur drittgrößten Stadt in Frankreich macht - nach Paris und Marseille.
Die Metropolregion Lyon beheimatet allerdings über zwei Millionen Menschen und ist damit nach Paris die zweitgrößte Frankreichs.
Leider sehen wir bei der Busfahrt nur die Außenbereiche und weniger schönen Ecken von Lyon. Dabei sind die Altstadt und die Halbinsel wunderschön und sehr sehenswert.
Und dazu unsere zweite Frage:
Welche beiden Flüsse bilden in Lyon eine Halbinsel?
A - Saône und Rhône
B - Loire und Saône
C - Garonne und Loire
D - Rhône und Rhein
Tarnquiz - Die Anreise
Antwort 2 und Frage 3
Antwort Frage 2:
Die Rhône fließt durch Lyon und je nach dem welche Autobahn der Bus benutzt, fährt man direkt in Lyon an der Rhône entlang.
Der Rhein entspringt in der Schweiz, gar nicht mal so weit von der Rhônequelle entfernt und bildet über viele Kilometer den Grenzfluss zwischen Frankreich und Deutschland, aber er fließt ab den Alpen nach Norden und scheidet deshalb aus.
Die Garonne wiederum kommt aus den Pyrenäen und fließt im Südwesten Frankreich bis sie bei Bordeaux in der Gironde zusammen mit der Dordogne in den Atlantik mündet.
Bliebe noch die Saône, die aus Norden kommend in Lyon in die Rhône mündet und dabei eine Halbinsel bildet, die zusammen mit der Altstadt UNESCO-Weltkulturerbe ist.
Antwort A wäre also richtig gewesen.
L
assen wir nun aber die Großstadt und ihr weniger schönes Umland hinter uns und überqueren die Rhône südlich von Lyon, um ins Zentralmassiv zu gelangen.
Langsam steigt die Straße an und die Berge beginnen höher und höher zu werden.
Dabei werden wir durch sehr beeindruckende Landschaften kommen und langsam wird sich Bauweise und Bewuchs ändern, so dass wir im Süden des Massif central die Nähe des Mittelmeeres bereits erahnen können.
Wir müssen um an den Tarn zu gelangen, fast das komplette Mittelgebirge durchqueren.
Aber so groß kann es doch wohl nicht sein und überhaupt, Mittelgebirge das klingt so niedlich und zierlich, so gar nicht wie die majestätischen Alpen.
Da sollten wir uns nicht täuschen lassen. Das Zentralmassiv ist es ganz besonderes.
Und das ist die nächste Frage:
Was ist das Besondere am Zentralmassiv?
A - Es ist rein vulkanischen Ursprungs.
B - Es ist ein Gebirge das nur aus Granit besteht.
C - Es ist viel älter als die Alpen.
D - Seine Berge sind fast so hoch wie die der Alpen.
Das Tarnquiz - Die Anreise
Antwort 3 und Frage 4
Antwort Frage 3:
Das Zentralmassiv ist weder rein vulkanischen Ursprungs, noch besteht es nur aus Granit, aber man findet beides in diesem Gebirge, dazu aber auch Schiefer- und Kalkformationen. Und leider hat es auch keine Gipfel, die mit ihrer Höhe auch nur halbwegs an die Viertausender der Alpen heranreichen, denn der höchste, der Puy de Sancy ist gerade mal 1885 m hoch.
Aber das liegt zum großen Teil auch am hohen Alter des Massif central, da hatte die Erosion viele Jahrmillionen Zeit die Berge abzuhobeln, denn mit 350 Millionen Jahres ist es viel älter als die "jungen" Alpen mit ihren 30-35 Millionen Jahren.
Antwort C wäre also richtig gewesen.
Do
ch lasst uns erst mal weiter fahren, es ist nun schon früher Morgen und so können wir die nächste Stadt bewundern - Le Puy-en-Velay - mit ihren sehenswerten spitzen Kegeln, die wirklich erstarrte Vulkanschlote sind und belegen, dass es im Zentralmassiv auch Vulkanismus gegeben hat. Auf dem kleineren Kegel thront eine kleine Kapelle, die nur über einen steilen Treppenaufstieg zu erreichen ist und am Fuß des größeren Kegels der mit einer roten Madonna gekrönt ist, befindet sich die Kathedrale von Le Puy.
Sicher wäre diese schöne Stadt einen Besuch wert, aber durch die neue Umgehungsstraße erhaschen wir nur einen kurzen Blick auf ihre Sehenswürdigkeiten. Wenn wir mehr sehen und erleben wollten, müssten wir schon dem Jakobsweg zu Fuß folgen, der durch Le Puy führt, dann könnten wir abends auch eine kulinarische Spezialität der Stadt und des Velay genießen.
Und dazu unsere nächste Frage:
Was ist die Spezialität aus Le Puy-en-Velay?
A - Der süße Aperitif-Wein: Muscat-du-Puy A.O.C.
B - Der berühmte Nougat aus Le Puy, eine Süßigkeit aus Honig und Mandeln
C - Die Spezialität Foie gras, also Gänseleberpastete
D - Die grüne Linse von Le Puy (La Lentille Verte du Puy A.O.C.)
Das Tarnquiz - Die Anreise
Antwort 4 und Frage 5
Antwort Frage 4:
Frankreich ist nicht nur für seinen Champagner und seine Rotweine bekannt, sondern auch für seine süßen, schweren Weine, die oft als Aperitif, also vor dem Essen, getrunken werden. Dafür wachsen aber keine Trauben im viel zu hoch gelegenen Le Puy. Und auch Montelimar der Stadt des Nougats wollen wir ihre Spezialität nicht rauben.
Bliebe die Foie gras, doch alle Vegetarier und Veganer wird es erfreuen, die recht tierquälerisch erzeugte Gänseleberpastete - ein Leckerbisssen der Auvergne - kommt nicht aus Le Puy.
Aber die kleine, grüne Linse aus Le Puy ist nicht nur lecker, sondern etwas so Besonderes, dass sie sich sogar mit einer AOC, also einer Appellation d’Origine Contrôlée (kontrollierte Herkunftsbezeichnung in Frankreich und der Schweiz) schmücken darf, die das Produkt schützt.
Antwort D wäre also richtig gewesen.
L
eider liegt der schöne Ort nun schon länger hinter uns und wir haben einige Anstiege und Abfahrten bewältigt, so dass wir vor dem Ort Langogne den Allier überquerend endlich das Départment de la Lozère und damit die Region Okzitanien erreichen.
Nach der Reform der Regionen im Jahr 2016 entstand diese Region als flächenmäßig zweitgrößte Region mit über 5,6 Millionen Einwohnern, die einen großen Teil Südfrankreich umfasst.
Ihre 13 Départements sind kleinere Untereinheiten, die zur Zeit der französischen Revolution erstmals eingeteilt wurden. Aus damals 83 (zwischenzeitlich 130) Départements sind heute 101 geworden, wovon sich aber 5 in Übersee (Karibik, Südamerika und bei Madagaskar) befinden.
Ihr Namen erhielten die Departements meist nach geografischen Besonderheiten.
Was uns zur nächsten Frage bringt:
Was gibt dem Département de la Lozère seinen Namen?
A - Ein Fluss
B - Eine Stadt
C - Ein Weinbaugebiet
D - Ein Berg
Das Tarnquiz - Die Anreise
Antwort 5 und Frage 6
Antwort Frage 5:
Fast immer sind es Flüsse, die dem jeweiligen Departement den Namen geben, manchmal benennt ein Fluss sogar zwei Départements, wie etwa Rhin-Haut (Hochrhein) und Rhin-Bas (Niederrhein) im Elsass.
Einen Fluss namens Lozère gibt es aber nicht, genauso wenig eine Stadt und auch kein Weinanbaugebiet, von denen man doch so viele in Frankreich bekannt sind.
Aber es gibt einen Berg, den Mont Lozère mit seiner höchsten Erhebung, dem Sommet de Finiels (1.699 m). Dieser Berg ist Namensgeber unseres Ziel-Départements und an seinen Flanken entspringt auch der Tarn zu dessen Ufer es uns ja zieht.
Antwort D wäre also richtig gewesen.
Do
ch bevor wir unser Ziel erreichen müssen wir erst noch über den Col de Pierre plantée, der mit seinen 1.264 m die höchsten Stelle unserer Fahrt in die Tarnschlucht markiert.
Nach einer langen Abfahrt überqueren wir den Lot und erreichen Mende, die Hauptstadt des Lozère. Und wer nun denkt, dass damit eine südfranzösische Großstadt gemeint ist, kann sogar aus dem Bus erkennen, dass dem nicht so ist.
Das ganze Département de la Lozère hat gerade mal 76.309 (Stand 2015) Einwohner und ist mit 14,8 Einwohnern pro km² das am dünnsten besiedelste Festlandsdépartement Frankreichs (zum Vergleich: Deutschland hat 232 Einw./km²), davon wohnen in Mende, dem Sitz der Préfècture 11.641 (Stand 2015) Menschen - nicht gerade viel für eine Hauptstadt.
Dabei hat Mende einiges zu bieten. Der mittelalterliche Stadtkern beheimatet eine wunderschöne, gotische Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert.
Aber vor allem sportlich kann Mende punkten und hat über Frankreich hinaus Bekanntheit erlangt.
Deshalb Sport als Thema unserer nächsten Frage:
Welches Sportereignis hat Mende international bekannt gemacht?
A - Das Stade de Mende war Austragungsort mehrere Spiele der Rugby-WM 2007
B - Mende war schon mehrfach Zielort einer Tour-de-France-Etappe
C - Das Handballteam des CH Mende spielte in der Handball-Champions-League
D - 2015 spielte Bayer Leverkusen in der UEFA Europa League gegen Racing Mende
Das Tarnquiz - Die Anreise
Antwort 6 und Frage 7
Antwort Frage 6:
Die kleine Stadt Mende wurde schon zur sportlichsten Stadt Frankreichs gewählt und natürlich kann man hier auch die beliebten französischen Mannschaftssportarten Fußball, Handball und Rugby betreiben und das auf recht hohem Niveau, aber weder gab es ein UEFA Europa-League-Spiel, noch spielte das Handballteam von Mende in der Champions-League und leider wurde hier auch kein Ruby-WM-Spiel ausgetragen.
Aber wenn man ganz oben am Innenstadtring links mit dem Fahrrad abbiegt, wird man nur wenige hundert Meter später erleben müssen, wie schwer es ist, einen Anstieg mit teilweise über 15 %-Steigung zu befahren - und das auf fast 3 km Länge, denn erst dann wird es wieder flacher und kurz danach geht es leicht abwärts zum kleinen Flugplatz von Mende.
Genau diesen Anstieg und Zieleinlauf haben die Asse der Tour de France schon mehrfach erleben dürfen oder erleiden müssen. Und weil im Jahr 1995 der beliebte, französische Radprofi Laurent Jalabert am Nationalfeiertag diesen Anstieg als Schnellster bewältigte und den Sieg hollte, wurde ihm zu Ehren die Côte de la Croix-Neuve zur Montée Jalabert umbenannt.
Antwort B wäre also richtig gewesen.
W
ir müssen dort aber nicht hoch - vielleicht an einem anderen Tag, wenn wir vom Camp aus zum Klettersteig, der Via Ferrata de Mende wollen. Aber heute möchten wir ja schnellstens ins Camp, doch dazu müssen wir dennoch einen letzten Anstieg nehmen, der uns in einigen sehr engen Kurven aufs Causse Sauveterre führt.
Dieses überqueren wir in leichten Wellen bis zur Kante über der Tarnschlucht. Weit unter uns, fast 500 m tiefer, können wir nun den Tarn erkennen, wie er sich durch die Schlucht windet, während wir gegenüber aufs Causse Méjean blicken.
Causse, Causse, zweimal ist dieses Wort nun gefallen, aber es gibt nicht nur das Sauveterre rechts und das Méjean links vom Tarn, sondern weiter weg noch das Causse Noir und das Causse du Larzac sowie einige weitere.
Aber was soll dieses Wort überhaupt bedeuten?
Genau dies ist die nächste Frage:
Was bedeutet das Wort "Causse"?
A - Es ist das alte, okzitanische Wort für Bergrücken.
B - Es bezeichnet die Kalkhochflächen des südlichen Massif central.
C - Es steht für ein dichtes Waldgebiet, das sich auf hohen Flächen befindet.
D - Es kommt vom lateinischen "casus" (Fall) und bezeichnet leicht abfallende Hochfläche
Das Tarnquiz - Die Anreise
Antwort 7 und Quizende
Antwort Frage 7:
Das Wort Causse stammt weder vom lateinischen Wort "casus", noch ist es ein altes französisches Wort für karge Landschaften. Allerdings sind die Causses meist sehr karg und alles andere als dichte Waldgebiete.
Das kommt daher, dass diese Hochflächen des südlichen Zentralmassivs aus Kalkgestein bestehen und somit kaum Wasser speichern können. Nur in wenigen Senken, wo sich fruchtbarer Boden gesammelt hat und das Wasser nicht gleich verschwindet, kann deshalb etwas angebaut werden.
Auch wenn in den letzten Jahrzehnten aufgeforstet wurde und die Landwirtschaft gefördert wird, die kargen Causses behalten ihren besonderen Reiz.
Antwort B wäre also richtig gewesen.
Nach wenigen, allerdings reichlich kurvigen Kilometern in der Tarnschlucht, erreicht der Bus das kleine Dörfchen Blajoux - Ziel für alle die unser erstes Kanucamp am Tarn gebucht haben.
Nach dem Ausstieg fährt der Fahrservice des DVA das Gepäck auf den Platz, der direkt am Ufer des Flusses liegt. Während unsere Besucher die letzten 400 m zu Fuß in Angriff nehmen.
Alle, die Gäste in unserem zweiten Camp am Tarn sind, müssen noch einige Kilometer und ein paar Kurven länger im Bus bleiben, aber dann haben auch sie das Ziel erreicht und der Bus parkt am Chateau de Prades.
Auch hier kann der Bus nicht bis direkt ins Camp fahren, aber niemand muss sein Gepäck schleppen. Der Fußweg ist etwas länger und steiler als in Blajoux, doch er führt am Chateau vorbei, durch enge Gassen zur kleinen Kirche und dann ins Camp.
Herzlich willkommen!
Na, wie oft hast du die richtige Antwort gewusst?
Alles oder fast alles richtig: Hochachtung vor deiner Ortskenntnis
Teil richtig, teils falsch: Vielleicht haben wir dein Interesse geweckt, Frankreich und das Ziel Tarnschlucht besser kennen zu lernen.
Fast alles falsch: Kein Problem, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Reisen bildet.
Und wenn dir dieses Quiz Spaß gemacht hat, dann schau doch mal, ob die anderen nicht auch Interessantes und Wissenswertes für dich bereit halten.
Danke fürs Raten und viel Aktivitäten mit dem DVA.



Lass uns in einem unserer Kanucamps beginnen. Diese sind ja direkt am Flussufer aufgebaut, so dass es nie weit ist bis zum Wasser. Vielleicht weißt, du, dass man bei Flüssen mehrere Abschnitte unterscheidet.
Steigen wir wieder in unsere Kanus und paddeln wir vom Beginn der Tarnschlucht an Ispagnac vorbei von Stromschnelle zu Stromschnelle. Einige Kilometer nach unseren Camps erreichen wir das kleine Örtchen Ste. Enimie, das im Sommer zur Hauptstadt der Tarnschlucht wird.
Ihr Leben ist von Legenden umrankt, denn sie soll sehr schön gewesen sein und damit auf die Männerwelt sehr anziehend. Da sie sich aber als Braut Christi sah, soll der liebe Gott ihr am Abend vor der Hochzeit die entstellende Lebra gesandt haben. Jahre später bat sie um Heilung - ein Leben mit Lebra scheint dann doch nicht so toll gewesen zu sein, worauf hin sie von einem Engel den Tipp bekam, ein Bad in der Source de Burle (einer Quelle in Ste. Enmie) zu nehmen. Das heilte die Lebra, aber fatalerweise brach diese immer wieder aus, wenn Enimia den Ort verlassen wollte. So blieb sie dort, gründete ein Kloster und vollbrachte allerlei Wunder. So sagt es jedenfalls die Legende.
Wenn die Felsen "Les Détroits" hinter einem liegen, man den Rocher du Champignon oben an der Straße gesehen hat, wird es Zeit in der Nähe der Bungee-Jumping-Stelle einen Platz zum Anlanden zu finden. Man könnte zwar noch einige hundert Meter weiter paddeln, vorbei an einem der besten Klettergebiete in Frankreich, aber dann kommt der Punkt, wo man wirklich ans Ufer muss, um die Boote hoch zur Straße zu schleppen, denn der Felssturz "Pas de Soucy" ist wirklich unfahrbar, weil das Wasser unter den Steinen verschwindet.
Wenn man die Tarnschlucht hinter sich gelassen hat und dem Tarnverlauf folgt, durchfährt man eine immer noch sehr reizvolle Landschaft. Früher war dann aber mir der genusssvollen Fahrt etwa 15 Kilometer vor der nächsten größeren Stadt - Millau - Ende. Denn spätestens ab hier stand man jeden Sommer im Stau der Urlauber, die sich mühsam auf der Landstraße durch Millau zur Autobahn auf dem Causse du Larzac quälten, um von dort an die Strände am Mittelmeer zu gelangen.
Die Kanus haben wir ja schon längst vom Wasser genommen. Bis nach Millau wäre das noch reizvoll gewesen, dann beginnt eine Kette von Stauanlagen und macht das Kanufahren nahezu unmöglich. Bliebe noch die Frage zu klären, wo der Tarn eigentlich hinfließt. Denn Flüsse haben nicht nur Quellen, sondern auch eine Mündung, nachmal in einen anderen Fluss und manchmal direkt ins Meer. Wie sieht das beim Tarn aus?
Jetzt haben wir den Tarn auf seinen gesamten 350 km Länge von der Quelle bis zur Mündung kennen gelernt. Sehr große Städte durchfließt er nicht, aber Millau mit dem Viadukt und vor allem Albi wären durchaus einen Besuch wert. Leider liegen diese Orte doch recht weit von unseren Camps entfernt und für Tagesausflüge sind sie dann wohl doch nicht interessant genug, um die weite Fahrt auf sich zu nehmen.
Aber sind das für Erlebnis - oder Abenteuersportarten?
Nun ist mit dem Ausdruck Voie d'escalade schon die Brücke zur nächsten Sportart geschlagen, die wir mit euch durchführen können: das Klettern.
Nach dieser langen Antwort gehen wir flott zum nächsten Thema: das Abseilen.
Abseilen spielt mitunter auch bei einer anderen Sportart eine Rolle, die in der Nähe unserer Camps betrieben werden kann, dem Canyoning. Dabei geht es darum einen steilen, meist kaum zugänglichen Wasserlauf von oben nach unten zu bewältigen. Dabei wird abgeseilt, abgeklettert, gesprungen (siehe Bild), gerutscht, geschwommen und in manchen Schluchten sogar getaucht. Dass das ales nicht ganz ungefährlich ist, versteht sich von selbst. Deshalb sei allen, die nicht über fundierte Kentnisse in Seiltechniken, Wildwasswertechnik, Wetterkunde und hohe Ortskenntnisse verfügen davon abgeraten es auf eigene Faust mal zu probieren.
Wenn man statt am Ende der Canyoningstrecke auf dem Bach zu steigen, dem Lauf des Tapoul weiter folgt, dann mündet er in den Tarnon und wird bald für sehr gute und erfahrene Kanuten fahrbar. Mit speziellen Wildwasser-Kanus stürzen sich die Mutigen nach unten. Dabei werden dann auch kleine (und von den Cracks auch große) Wasserfälle befahren und schwierige Passagen zwischen Steinhindernissen gemeistert. Ab Rousses, dem Startort des Shuttle-Busses fürs Canynoning wird der Tarnon dann etwas leichter und ist bei guten Wasserständen (im Frühjahr und Herbst) auch normal sterbliche Wildwasserkanuten fahrbar. Aber noch immer ist er dort nicht für Befahrungen mit offenen Kanus geeignet, wie wir sie für Touren bei unseren Camps einsetzen, denn zu schnell würden die Wellen die Boote füllen und damit unbeherrschbar machen.
Nun wird es aber Zeit, dass wir uns mit der letzten Frage eine Aktivität zuwenden, die nicht als Sportart bezeichnet werden sollte, auch wenn sie körperlich extrem anstrengend sein kann. Es geht bei den Höhlentouren, die wir mit euch durchführen nicht darum schneller, höher, weiter oder sonstwie zu gewinnen, sondern eher um Teamarbeit und gemeinsames Erleben einer ganz eigenen Welt: Höhlen.
So jetzt haben wir viele, sicher sehr interessante Sportarten und Aktivitäten vorgestellt, die wir mit euch durchführen können. Natürlich bietet der Tarn noch einiges mehr, was im Quiz keinen Einzug gefunden hat, aber in unserem
Beginnen wir also ganz am Anfang vor den Zeiten als Fred Feuerstein und Barney Geröllheimer ihr Unwesen trieben. Die Tarnschlucht gehört zu den Cevennen, die wiederum ein Teil des Zentralmassivs sind. Wer das Quiz 1 bereits gemacht hat, erinnert sich vielleicht, dass dieses Gebirge wesentlich älter ist als die Alpen und vor etwas 350 Millionen Jahren entstanden ist und mittlerweile sein Aussehen durch Erosion gewaltig verändert hat. Die tiefen Täler und Schluchten im südlichen Teil des Massif central haben sich in die Kalkflächen eingeschliffen. Das ist nicht nur der Tarn, sondern einige weitere Flüsse und Flüsschen, wobei die Tarnschlucht sicher die tiefste Schlucht der Cevennen ist.
Geht man nun weiter in der Zeit voran, so nähern wir uns dem Jahr von Chrissi Geburt, womit in allen christlichen Kulturkreisen die Jahreszählung beginnt. Dort treffen wir auf zwei weitere Comic-Helden: Asterix und Obelix. Nicht dass die beiden aus der Tarnschlucht stammen würden und das kleine gallische Dorf, das sich so tapfer den Römern erwehrt dort läge, aber es könnte sein, dass sich das Liefergebiet von Herrn Obelix bis dorthin erstreckt hat (siehe Bild rechts / © From Wikimedia Commons, the free media repository) und dass er vielleicht bei einem seiner vielen Abenteuer mit Herrn Asterix seinen kleinen Hund Idefix im Tarn hat trinken lassen, während sich die beiden Herrn lieber ein Cervesia in Ispagnac in der Vorgängerschänke der heutigen Bar Royal gegönnt haben. Richtig ist aber auf jeden Fall, dass bereits aus der Zeit zwischen 3500 und 2500 v. Chr. zahlreiche Baudenkmäler wie Steinkreise und Hünengräber gibt. Die Hinkelsteine dazu müsste dann aber der Urururururururgroßvater von Obelix geliefert haben.
Ob es im Tarntal in der Zeit der Gallier und Römer Siedlungen gab ist nicht bekannt, aber eher wahrscheinlich, denn es gibt zumindest Münz- und Gräberfunde in anderen Teilen der Cevennen. Im Mittelalter gab es ein Bistum namens Arisitum, dessen Sitz wahrscheinlich südlich der Tarnschlucht in Le Vigan lag. Florac hatte ab dem 13. Jahrhundert eine beschränkte Selbstverwaltung als Stadt und die wunderschöne, kleine gotische Kirche von Ispagnac wurde vom 12. bis zum 15. Jahrhundert erbaut.
Leider ist Geschichte so wie sie gelehrt wird, immer auch eine Geschichte von Kriegen und kriegerischen Auseinandersetzungen und so könnte der Eindruck entstehen, wir Menschen hätten nichts besseres zu tun, als und gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Dies mag mitunter aus ganz nachvollziehbaren Gründen geschehen sein, etwa wenn in Zeiten von Nahrungsknappheit eine Sippe in das Gebiet einer anderen Sippe eingedrungen ist und klar war, dass nur eine Sippe hat überleben können. Die folgende Geschichte, die in den Cevennen spielt hat aber damit überhaupt nichts zu tun, sondern gründet auf der Tatsache, dass ein Mönch in Deutschland die Idee hatte, er könne mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen die Kirche reformieren. Eigentlich eine nette Idee sich in einer Religion mal wieder mehr auf die Worte des Religionstifters zu konzentrieren und Machtgelüste mal etwas außen vor zu lassen, zu mal Macht- und Geldbesitz von eben diesem Reilgionsstifter eher kritsich gesehen wurden, um es einmal vorsichtig auszudrücken.
Scheinbar haben die Auseinandersetzungen um die freie Religionsausübung in den Cevennen einen tief verwurzelten Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit bei den Menschen dort entstehen lassen - so jedenfalls eine These, die in der Region gerne vertreten wird. Ein Beleg, der diese These stützen könnte, ist die Tatsache, dass in die Region während den Jahren 1940 bis 1945 für den Widerstand gegen die deutsche Besatzung eine zentrale Rolle als Rückzugsgebiet für deutsche Nazi-Gegner und Juden war. 800 bis 1000 Juden sollen hier Zuflucht gefunden haben. Etwas weiter zurück liegend, liefert eine Volksabstimmung im Jahr 1851 einen weiteren Beleg. Napoléon Bonaparte ließ nach seiner Machtergreifung über eine neue Verfassung abstimmen, die ihm diktatorische Vollmachten gewähren sollten. Gegen diese Änderungen stimmten landesweit nur 8,5 Prozent dagegen; in den Cévennen dagegen die Mehrheit und dabei taten sich zwei Kommunen im Lozère besonders hervor.
Kommen wir damit zur letzten Frage und nähern wir uns wieder etwas beim Abenteuersport an.
Damit endet unser Ausflug in die Geschichte der Cevennen und es wird Zeit, dass wir uns dem letzten Kaptiel und damit dem letzten Quiz zuwenden.
Auf dem kleinen Bild ist ein Schild abgebildet, das direkt am Ufer des Tarn, nahe bei unserem Camp aufgestellt ist. Es richtet sich sowohl an die zahlreichen Anglert, aber es gibt auch für uns nützliche Hinweise gibt, wenn wir baden oder mit den Kanus auf dem Tarn unterwegs sind.
Wer sich die Mühe macht von unseren Camps eine der Kalkhochflächen im Norden (Causse Sauveterre) oder im Süden (Causse Méjean) zu erklimmen, wird nicht nur mit tollen Blicken von der "Corniche" (der Kante zur Schlucht) hinab auf den Tarn belohnt, sondern kann auch die ganz besondere Vegetation auf den Causses bestaunen. Spätestens ab Juli, wenn die Sonne alles ausgetrocknet hat und Regenfälle manchmal über Wochen ausbleiben, fasziniert die eigenartige Pflanzenwelt auf dem Causse, die an den Wassermangel gut angepasst ist. Denn durch das Kalkgestein versickert das Wasser schnell und wäscht dabei Höhlensysteme, die wir ja auch von den Camps aus erkunden.
Wenden wir uns nun den Tieren, also der Fauna zu. Man hat nicht oft das Glück, aber manchmal kann es schon vorkommen, dass wir Reptilien zu Gesicht bekommen, die man in unseren Breiten sehr selten oder gar nicht beobachten kann. Es wimmelt an manchen Felsen geradezu von Eidechsen, vor allem den kleinen, flinken Mauereidechsen, wie man sie auch bei uns beobachten kann und die uns beim Klettern zeigen, wie schnell man Felsen auch erklimmen kann. Aber manchmal sieht man auch die deutlich größeren und wunderschön gefärbten Smaragdeidechsen.
Bleiben wir noch etwas am Boden, bzw im Wasser. Natürlich gibt es im Tarn sehr viele Fische, denn das Wasser ist außer in sehr trockenen Sommern von bester Qualität - angeblich im Winter, wenn nur die Einheimischen am Tarn leben, sogar von Trinkwasserqualität. Das freut die Forellen noch mehr als die Barben.
Aber verlassen wir nun den Fluss und den Boden und schwingen wir uns in die Lüfte. Oje, das ist für uns Menschen in der Nähe der Tarnschlucht leider nur vom kleinen Flugplatz auf dem Causse Méjean mit einem Segelflugzeug möglich. Doch alle Segelflieder vor Ort wissen genau, wohin sie schauen müssen, wenn sie nach einer guten Thermik suchen, die sie nach oben bringen kann: Dorthin wo die Geier kreisen.
Und damit kommen wir auch schon zur letzten Frage, bleiben in der Luft, aber begeben uns auch in Höhlen. Welcher Tierart gemeint ist, zeigt unser Bild nicht, denn wir bekommen sie leider eher selten zu Gesicht oder vielleicht auch zum Glück, denn dann wissen wir, dass wir sie nicht in ihrer täglichen Ruhephase stören, denn diese Tiere sind nachtaktiv. Gemeint sind die Fledermäuse. In Frankreich heißen sie Chauve-souris, also wörtlich übersetzt: kahle Mäuse. Damit ist die Bezeichnung aber auch eher irreführend, weil sie suggeriert, dass diese "flatternden Mäuse", daher kommt der deutsche Name, eine Mausart sind. Es stimmt zwar, dass es sich um Säugetiere und nicht etwa Vögel handelt, aber sie haben gemeinsame Vorfahren mit Flughunden und nicht mit Mäusearten.
Damit endet auch dieses Quiz, der Ausflug in Flora und Fauna rund um die Tarnschlucht.





